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Radschnellweg in Düsseldorf: Bei Planung auf Lokalkompetenz setzen

Kommentar zum Radschnellweg in Düsseldorf : Bei der Planung auf die Lokalkompetenz setzen

Nur der Bürger ist im Zweifel noch näher dran als ein Bezirksvertreter. Deshalb sollten Ausschüsse, Rat und auch alle höheren Gremien auf das Wissen der Lokalpolitiker vertrauen. Sie kennen ihre Viertel besser als kaum jemand anders.

In den zehn Bezirksvertretungen der Stadt sitzen Politiker mit einer sehr hohen Lokalkompetenz. Sie leben dort, wo sie ihre Entscheidungen fällen. Näher ist außer den Bürgern niemand dran. Und darum ist es gut, wenn auf ihre Einwände und Verbesserungsvorschläge gehört wird. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. Oft kassierte der Stadtrat Beschlüsse aus den BVen ein. Wenn der Ordnungs- und Verkehrsausschuss nun die Verwaltung beauftragt, an den beiden Stellen, für die es aus zwei der drei beteiligten Bezirksvertretungen die meiste Kritik gab, nachzubessern, dann ist das der richtige Weg. Das Argument mit dem Zeitdruck kann insofern nicht ziehen, als dass dieser Radschnellweg bereits 2013 den Landeswettbewerb gewann und viele Jahre nichts passierte.

Wenn das Ziel ist, mehr Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule aufs Rad umsteigen zu lassen, dann muss die Trassenführung dem Rechnung tragen. Radfahrer, die mit Tempo 30 (mit einem Pedelec kein Problem) auf dem Radschnellweg fahren, dürfen keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden, wie es auf dem Deich der Fall wäre. So viel Zeit muss man sich nun nehmen. Gute Anschlüsse, etwa an die Innenstadt, sind wichtiger als beispielsweise eine landschaftlich schöne Streckenführung. Und wahrscheinlich wird kaum jemand auf dem Weg zum Dienst den gesamten Radweg nutzen, sondern eher Teilstücke.

andrea.roehrig@rheinische-post.de