Radschlägermarkt in Düsseldorf lockt bei Neuauflage viele Besucher an

Trödel in Düsseldorf: Viel Interesse am neuen Radschlägermarkt

Die Besucher waren mit der Wiederauflage des Markts zufrieden. Einige Händler kritisierten jedoch die hohen Standgebühren.

Ist die weiße Vase mit den blauen Blumen darauf wirklich zehn Euro wert? Eine Frage, über die der Händler und sein potenzieller Kunde höchst unterschiedlicher Auffassung waren und deshalb beim Radschlägermarkt am Sonntag leidenschaftlich um jeden Cent feilschten. So wirkte die Wiederauflage des berühmten Düsseldorfer Markts in vielen Dingen wie eine nahtlose Fortsetzung. Auch die Zahl der Besucher, die trotz der langen Unklarheit über die Weiterführung gekommen waren, war gewohnt groß. Doch unter der neuen Betreiberin Ute Mirbach hat sich auch einiges verändert. Insbesondere für die Händler.

Um ihre Fixkosten finanzieren zu können, hatte Mirbach die Standgebühren im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht. „Viele private Betreiber können sich das nicht mehr leisten“, berichtete Händlerin Ursula Blume. Auch sie als Gewerbetreibende müsse schauen, ob  sich eine Teilnahme unter den neuen Konditionen noch lohnt. So zahle sie jetzt im Vergleich zu früher mehr als das Doppelte an Standgebühren. Für einen Meter Verkaufsfläche werden jetzt bis zu 20 Euro fällig. Betreiberin Ute Mirbach erklärte das auch mit der gesteigerten Qualität der Ausstellerflächen.

Denn besonders der Aufbau des Markts hat sich stark verändert. Statt in mehreren Hallen verteilt, spielt sich nun der überwiegende Teil des Geschehens in den Räumen der Blumenhalle ab. Die sind nicht nur überdacht, sondern im Gegensatz zu den vorher genutzten offenen Hallen auch beheizt, was insbesondere im Winter und bei schlechtem Wetter wie am Sonntag ein Vorteil ist. Kritik gab es vonseiten der Händler auch daran, dass die Standgebühr für alle sechs Termine im Voraus bezahlt werden musste. Dabei gehe es laut Mirbach einerseits um Planungssicherheit, andererseits garantiere es den Verkäufern einen festen Standort.

Das Angebot der Waren, aus Sicht der Kunden das wichtigste Kriterium, ist dagegen weitestgehend geblieben. „Mir gefällt der Markt sehr gut“, erzählte Birgit Jungbluth, „eine so große Auswahl an alten Dingen findet man sonst nirgendwo.“ Doch neben der klassischen Mischung aus Krimskrams und Raritäten hat nach Beobachtung einiger Besucher die Menge an Designprodukte zugenommen. Zudem sei das Angebot an hochwertigen Waren größer geworden. Selbiges gilt auch für das Essensangebot. „Wir haben einige neue Caterer engagiert“, berichtete Ute Mirbach. Neben Pommes und Currywurst wurden bei der Wiederauflage des Markts auch Lachsflammkuchen und Möhren-Ingwer-Suppen angeboten. Viele Besucher lobten neben dem guten Angebot an Waren auch die Übersichtlichkeit des Veranstaltungsorts. Neben treuen Trödelfans kamen zudem einige Neugierige in die Blumenhalle, die zum ersten Mal den Markt besuchten. „Es ist sehr interessant hier“, resümierte Detlev Drenker, „auch wenn es an manchen Ecken sehr rumpelig ist.“

Bei den kommenden Marktterminen wird sich zeigen, ob das Interesse der Menschen anhält und die Bilanz der Händler stimmt und letztlich die von vielen Seiten bejubelte Neuauflage des Radschlägermarkts von Dauer ist.

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