1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Radfahrer in Düsseldorf: Auf dem Weg zur Fahrradstadt

Verkehr : Düsseldorf auf dem Weg zur Fahrradstadt

Mit dem schönen Wetter wird es wieder deutlich: Immer mehr Düsseldorfer steigen aufs Rad. Dem wachsenden Bedarf wird die Landeshauptstadt noch nicht gerecht. Doch die Situation bessert sich - und die Ziele sind groß.

Seit 2007 trägt Düsseldorf das Zertifikat "fahrradfreundliche Stadt", ist Mitglied der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft, doch lange Zeit hatte der Autoverkehr dennoch Vorrang. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert: zum einen, weil der amtierende Verkehrsdezernent Stephan Keller selbst Alltags-Radler ist, zum anderen, weil seit 2014 die Grünen mitregieren und Radfahren zu ihren Hauptthemen gehört.

Die Stadt muss jedoch auch reagieren, denn die Zahl der Fahrradfahrer hat sich auch in Düsseldorf deutlich erhöht: Laut der letzten Auswertung aus 2013 werden 14 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt (Modal-Split), einige Jahre zuvor waren es noch zwölf Prozent. Inzwischen dürfte der Wert noch höher liegen.

Wer oft mit Rad unterwegs ist, merkt: Es ist deutlich voller geworden auf den Radwegen. Das ist auch erwünscht, denn die Ampel-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP im Rathaus hat sich zum Ziel gesetzt, den Radfahrer-Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen mittelfristig, also bis zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2020, auf 25 Prozent zu steigern. Das ist ambitioniert und erfordert, dass die Bedingungen wesentlich verbessert werden, damit noch mehr Düsseldorfer aufs Rad steigen.

  • Ratgeber : Frühjahrs-Tipps fürs Fahrrad
  • Die schönsten Fahrrad-Touren durch Düsseldorf
  • Fotos : 2014: Das sind die schlimmsten Radwege in Düsseldorf
  • Kommentar : Auch Autofahrer profitieren
  • Düsseldorf : Warum die Düsseldorfer das Klima schützen sollen
  • Sylvia Seiter und Markus Lange gehören
    Verkehrsüberwachung in Düsseldorf : Knöllchen-Schreiber fahren jetzt Rad

Die Stadtverwaltung arbeitet deshalb seit mehr als zwei Jahren an einem neuen Radkonzept. Dafür wurde eigens eine Fachgruppe gebildet, in der nicht nur Politiker und Verwaltung am Tisch sitzen, sondern auch Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

Im städtischen Fahrradbüro kümmern sich fünf Mitarbeiter um die Umsetzung. Insgesamt wurden 260 Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet, die Zahl der Fahrradbügel wurde auf insgesamt 7700 aufgestockt, stadtweit sind bisher 70 Fahrradboxen aufgestellt, weitere sollen folgen.

Im Fokus ist aktuell vor allem das Hauptroutennetz. In den Stadtbezirken wurden die Radwege auf insgesamt rund 700 Kilometer ausgebaut. Nun folgen die Hauptachsen, die quer durch die Stadt verlaufen und die Stadtbezirke verbinden. Insgesamt sollen in 700 Einzelmaßnahmen 300 Kilometer Radwege entstehen.

Das Neue: Während bislang Radwege vor allem über Nebenstraßen geführt wurden, werden sie jetzt auch auf Hauptstraßen eingerichtet. Dazu gehört der Radweg auf der Fahrbahn der Oberkasseler Brücke. Solche Radstreifen sind auch an der Karlstraße (zwischen Stresemann- und Worringer Platz), auf Friedrich- und Breitestraße, Kasernen- und Elisabethstraße geplant, außerdem auf der Ulmenstraße (zwischen Münsterplatz und Spichernstraße) sowie auf der Franklinbrücke. Gemeinsam mit Neuss, Langenfeld und Monheim wird zudem ein Radschnellweg entwickelt. Denn auch die Zahl derer steigt, die mit dem Fahrrad nach Düsseldorf ein- oder aus der Stadt zur Arbeit pendeln.

Dass das bisherige Angebot nicht ausreicht, wird bei den regelmäßigen Umfragen des ADFC deutlich. Beim Fahrradklima-Test landete Düsseldorf vor einem Jahr unter 39 fahrradfreundlichen Städten auf Rang 34. Die befragten Radfahrer sahen die größten Schwächen bei der Sicherheit, dem Erreichen des Stadtzentrums und der Baustellenführung.

(dr)