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Querdenken-Proteste in Düsseldorf: Tausende bei Corona-Demos in Düsseldorf

Querdenken-Proteste : 4000 Teilnehmer bei Corona-Demos in Düsseldorf

Aufgrund mehrerer Demonstrationen kam es am Samstag in Düsseldorf zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Gegner der Corona-Maßnahmen zogen durch die Innenstadt. Aber auch in vielen anderen deutschen Städten kam es zu Protesten.

Am Samstagnachmittag zogen mehrere größere Demonstrationen durch Düsseldorf. Um 15 Uhr starteten Anhänger der Gruppe Querdenken am Johannes-Rau-Platz, um gegen eine Impfpflicht zu demonstrieren. Der Protestzug durch mehrere innerstädtische Straßen, von der Neusser Straße ging es über Düsselstraße, Bilker Allee und Friedrichstraße hin zur Königsallee. Dort wurde der Zug mit einem kleinen Schlenker über die Heinrich-Heine-Allee über die Kasernenstraße und Bilker Straße zurück Richtung Johannes-Rau-Platz gelenkt. An dem Aufmarsch der Kritiker der Corona-Politik beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 4000 Menschen. Gegen 17 Uhr sprach der Veranstalter von 4000 bis 5000 Teilnehmern. Das waren viermal mehr als ursprünglich angemeldet. Bis zum Abschluss der Demonstration gegen 19.30 Uhr blieb die Situation weitgehend ruhig, die Polizei gibt an, dass es zu keinen Zwischenfällen kam. Zudem fand in Düsseldorf auch ein Autokorso mit Gegnern der Corona-Maßnahmen statt. Etwa 30 Fahrzeuge starteten zu der Tour.

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Außerdem haben mehrere Hundert Menschen gegen den Aufmarsch Corona-Maßnahmen-Kritiker protestiert. Unter dem Motto „Nazi-Aktionen verhindern“ hatte das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ zu den Gegenprotesten aufgerufen. Der Sprecher des Bündnisses erklärte, dass sich am Demonstrationszug der Kritiker der Corona-Maßnahmen auch Neonazis und Reichsbürger beteiligt hätten. Dabei sollen auch nationalistische Parolen skandiert worden sein. Unsere Reporterin vor Ort erfuhr von einer Ordnerin, dass mutmaßlich auch Mitglieder der „Identitären Bewegung“ dabei seien. Auffällig waren vor allem viele Deutschlandfahnen, deren Träger versuchten, sich im Demonstrationszug möglichst weit nach vorne zu bewegen. Dies habe nach Angaben der Polizei zu Unmut beim Versammlungsleiter geführt, der die Beamten gebeten habe, sich darum zu kümmern, dass diese Gruppe sich weiter mittig im Zug bewegen sollte.

Bereits vergangenen Samstag zogen der Polizei zufolge 2500 Menschen durch die Stadt, obwohl der Anmelder deutlich weniger angekündigt hatte, zum Teil mit Pechfackeln und eindeutigen Vergleichen zur nationalsozialistischen Diktatur. Am Montag hatte sich eine Gruppe unangemeldet zu einem „Spaziergang“ getroffen. Die Stimmung bei den Protesten der Corona-Gegner ist der Polizei zufolge angespannt, der Ablauf aber meist friedlich.

Die Polizei weist darauf hin, dass es in der gesamten Innenstadt noch bis 20 Uhr für Autofahrer zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen kann. Wenn möglich, sollten Anwohner und Besucher auf Bus und Bahn umsteigen, die jedoch auf bestimmten Linien ebenfalls über den gesamten Nachmittag hinweg bis in die späten Abendstunden mit Ausfällen und Verspätungen zu kämpfen hatten.

Für den kommenden Montag, 20. Dezember, ist eine weitere Demonstration angemeldet. Erneut wird der Aufzug am Johannes-Rau-Platz starten und durch verschiedene innerstädtische Straßen ziehen, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen kommen kann.

Auch in anderen deutschen Städten ist es am Samstag zu größeren Demonstrationen gekommen. Rund 1900 Menschen haben nach Polizeiangaben in Schwerin gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Sie zogen am Samstag friedlich durch die Innenstadt. Es waren mehr Demonstranten als die Anmelder erwartet hatten. Die Veranstalter sprachen von 2300 Teilnehmern. Auf Plakaten hieß es: „Stopp den Impfwahnsinn“ oder „An Kanzler Scholz: Wir sind die rote Linie“.

Trotz des Verbots einer geplanten Demonstration in Berlin versammelten sich hier Demonstranten am Brandenburger Tor. Die Polizei sprach von einer Menge „im unteren dreistelligen Bereich“. Darunter seien jedoch auch zahlreiche Touristen, die nicht für einen Protest vor Ort seien. Angemeldet waren ursprünglich 2000 Menschen, die vom Brandenburger Tor aus durch das Regierungsviertel ziehen wollten.

Auch in mehreren Städten im Südwesten gab es Demonstrationen: In Freiburg marschierten nach Polizeiangaben rund 2900 Teilnehmer durch die Innenstadt. 300 Personen versammelten dort sich zu einer Gegendemonstration. Es verlief aber weitgehend friedlich, fast alle Demonstranten hielten sich an die Auflagen, wie ein Sprecher der Polizei bestätigte. Auch in Frankfurt und Trier zogen Demonstranten durch die Innenstadt.

In Dresden haben mehrere hundert Menschen mit einem Autokorso gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Nach Angaben der Polizei reihten sich 185 Fahrzeuge zu einem rollenden Protest durch die Innenstadt aneinander. An zahlreichen Fahrzeugen hatten die Teilnehmer Transparente und Plakate befestigt. Darauf forderten sie ein Ende der pandemiebedingten Einschränkungen und sprachen sich gegen eine Impfpflicht aus.

Auch in Hamburg haben mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Sie zogen laut Polizei am Samstag in mehreren Blöcken durch die Innenstadt. „Nein zur Impflicht!“ hieß es auf vielen selbstgebastelten Plakaten. Die Veranstalter riefen die Teilnehmer immer wieder auf, friedlich zu bleiben und Masken aufzusetzen.

In Osnabrück demonstrierten unter dem Motto „Grundrechte sind nicht verhandelbar“ rund 1900 Menschen gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern. An einer parallel verlaufenden Gegenkundgebung nahmen rund 200 Menschen teil, wie die Polizei Osnabrück erklärte.

In Hannover rief die AfD unter dem Motto „Schluss mit dem 2G-Irrsinn - Freiheit für Land und Bürger“ zu einer Kundgebung am niedersächsischen Landtag auf, zu der sich rund 300 Menschen versammelten. Der Protest sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings habe die Polizei immer wieder mit Nachdruck auf das Einhalten des Infektionsschutzes wie Maske tragen und Abstand halten hinweisen müssen. Eine weitere Demo der Corona-Skeptiker fand auf dem Opernplatz statt. Die Parole hier: „Nein zu Warnstufe drei“.

In Braunschweig war die Stadt mit ihrem Versuch gescheitert, den Aufzug der Partei „Die Rechte“ zu untersagen. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte am Freitagabend eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts bestätigt und den Aufzug unter der Parole „Kein frohes Fest für Volksverräter“ erlaubt. Am Ende folgten knapp 40 Menschen dem Aufruf der rechtsextremen Partei. An einer Gegendemo des Braunschweiger „Bündnis gegen rechts“ nahmen 350 Menschen teil.

mit Material der Agenturen dpa und epd