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Plakate vergessen: Parteien zahlen: Qual nach der Wahl

Plakate vergessen: Parteien zahlen : Qual nach der Wahl

Düsseldorf (RP). Düsseldorfs Ordnungsdezernent Werner Leonhardt greift hart durch: Parteien, die vergessen haben, Wahlplakate im Stadtgebiet zu entfernen, werden jetzt zur Kasse gebeten, müssen mindestens 120 Euro pro Plakat bezahlen. Bei der SPD gab es eine Panne der besonderen Art: Die zuständige Agentur hatte sich offenbar nicht alle Standorte notiert, ging gestern auf die Suche. Mehrere Großplakate wurden so nicht rechtzeitig beseitigt.

Pendlern und Passanten in Düsseldorf reicht es längst: Sie wollen die Plakate der Parteien nicht mehr sehen - doch vielerorts hängen sie immer noch. "Weg damit", fordert Dezernent Werner Leonhardt.

Großflächig lächelte sie bisher den Autofahrern am Seestern entgegen. Gestern war Schluss: endgültig. Mitarbeiter des Amtes für Verkehrsmanagement nahmen Gudrun Hock, die ehemalige Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD, einfach herunter, hievten das große Plakat auf eine Ladefläche. Gratis haben die Männer den Auftrag allerdings nicht erledigt. Im Gegenteil: Die Plakat-Panne bei der SPD kommt die Genossen nun teuer zu stehen.

Der Grund: Am 4. Oktober sollten bis 24 Uhr alle Plakate entfernt worden sein - was eben nicht der Fall war. Ordnungsdezernent Werner Leonhardt griff gestern hart durch, ordnete mehrere Maßnahmen an: striktes Entfernen der Plakate. Außerdem wurden nach dem 4. Oktober mindestens 120 Euro für jedes alte Plakat fällig. Jörg Lorenz, Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Düsseldorf, wollte nicht gleich von einer Panne sprechen.

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Schief gelaufen sei die Sache mit den 70 großen Hock-Plakaten allerdings doch, gab er zu. Und warum? "Ganz einfach", erklärte er, "die Agentur, die mit dem Kleben der Plakate befasst war, hatte sich offenbar nicht die Standorte der Plakate notiert. So gab es wohl mehrere Suchaktionen." Die kleinen Plakate, die von ehrenamtlichen Kräften in den Ortsvereinen installiert wurden, seien aber rechtzeitig entfernt worden, betonte der Geschäftsführer.

Bei Plakaten mit dem Bild von Torsten Lemmer ("Lemmerliste") war dies auch gestern Nachmittag nicht der Fall. Reihenweise war das neue Ratsmitglied zum Beispiel auf der Fischerstraße zu sehen. Nun wird's teuer für Lemmer.

Die Parteien setzen bei der Plakatierung auf ehrenamtliche Helfer, die in den vergangenen Wochen ausschließlich in den Wahlkampf eingebunden waren.

Im Stadtteil Eller herrschte auch gestern noch ein wahres Plakat-Chaos. Susanne Ott von den Grünen betonte: "Viele Mitarbeiter sind einfach geschafft und müde. Sie haben neben der Politik einen normalen Job zu machen. Wir haben bei der Stadt um eine Verlängerung der Frist gebeten." Ob dem Antrag entsprochen wird, ist fraglich.

Bei der FDP hat man nach Angaben einer Sprecherin im Rathaus eine Punktlandung hingelegt. "Alle Plakate waren rechtzeitig verschwunden", bilanzierte sie erfreut. Auch bei der CDU gab man sich zufrieden. Das eine oder andere Plakat an der Straßenecke könnte man dennoch vergessen haben, hieß es gestern.

Fest steht: Das, was die Parteien für ihre Versäumnisse nun zahlen müssen, landet in der Stadtkasse..

(alfa)