Düsseldorf: PSD-Bank: Mehr Zinsgewinn, weniger neue Baukredite

Düsseldorf : PSD-Bank: Mehr Zinsgewinn, weniger neue Baukredite

Trotz Niedrigzinsphase steigerte die Bank fast alle wichtigen Kennziffern. Neue Regeln belasteten die Baufinanzierung.

Die genossenschaftliche PSD-Bank Rhein-Ruhr behauptet sich trotz rekordverdächtig niedriger Zinsen im Markt. Gegen den Trend im deutschen Bankgewerbe stieg der Zinsüberschuss um zwei Prozent auf jetzt 51,2 Millionen Euro. Das Kundenkreditgeschäft erhöhte sich leicht von 2,92 auf 2,97 Milliarden Euro, wie die beiden Bankvorstände August-Wilhelm Albert und Stephan Schmitz gestern in der renovierten Zentrale der Direktbank an der Bismarckstraße in Düsseldorf mitteilten.

Insgesamt hat sich auch die Summe bei den Baufinanzierungen erhöht. Der Gesamtbestand stieg um 36 Millionen Euro oder 1,31 Prozent auf jetzt 2,768 Milliarden Euro. Das aber ist nur die halbe Wahrheit. Kennziffer für die Geschäftstätigkeit einer Bank im abgelaufenen Jahr ist nicht das gesamte Kreditvolumen, sondern das Neugeschäft. Das aber ist spürbar rückläufig, was Baufinanzierungen angeht. Wurden im Jahr 2015 noch 416 Millionen Euro an Immobilienkrediten gewährt, waren es im abgelaufenen Jahr nur noch 354 Millionen Euro Neuzusagen, ein Minus binnen Jahresfrist von rund 15 Prozent. Das ist eigentlich außergewöhnlich, da die Nachfrage nach Baugeld wegen großer Bautätigkeit in der Region und der sehr niedrigen Zinsen äußerst hoch ist. Vorstandsmitglied Schmitz führt den Rückgang aber auf viel strengere Regularien für die Vergabe von Immobilienkrediten an Private zurück. Die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die seit Ende März vergangenen Jahres in Deutschland gilt, hat zum Ziel, den Verbraucher, der eine Wohnung finanziert, stärker als bisher vor finanzieller Überlastung zu schützen. Dafür sollen die Banken noch gründlicher als bisher prüfen, ob der Kunde den Kredit auch über die gesamte Laufzeit bedienen kann. Praktisch heiße das, dass ältere Kunden auch bei hohen Sicherheiten und Eigenkapital möglicherweise keine Finanzierung mehr zustande bekommen, da die Rückzahlung bis zum Lebensende unter Umständen nicht mehr gewährleistet werden kann. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand wieder mit einer Erholung des Baugeschäfts.

Anders als die Commerzbank, die inzwischen eine Prämie für Neukunden bei Girokonten zahlt, lehnt die PSD-Bank Rhein-Ruhr dies weiter ab. "Auch ohne Lockangebote konnten wir die Zahl der Kunden um 4400 im vergangenen Jahr steigern", sagte Albert. Der Jahresüberschuss lag mit 7,5 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Die Dividende beträgt vier Prozent.

(tb.)
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