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Prozess um Rechte Bruderschaft gegen Ratsfrau der Linken

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Rechte Bruderschaft beleidigt linke Ratsfrau

Wegen Beleidigung einer Ratsfrau der Linken ist ein 45-jähriger Anhänger der „Bruderschaft Deutschland“verurteilt worden. Vor Gericht bestritt er die Tat.

Für die Beleidigung einer Linken-Fraktionssprecherin, „die ich nicht begangen habe“, muss ein 47-jähriger Anhänger der als rechtsradikal eingestuften „Bruderschaft Deutschland“ 600 Euro Strafe zahlen. So entschied am Dienstag eine Amtsrichterin und ließ die Proteste des Angeklagten nicht gelten. Der Mann beteuerte, am Tatnachmittag im Juni nicht auf einem Spielplatz in Garath herumgelungert – und die nebenan wohnende Stadträtin Angelika Kraft-Dlangamandla daher auch nicht als „fettes Schwein“, „dicke Sau“ und zudem mit einem weiteren zotigen Ausdruck beschimpft zu haben. Er bestritt, die 69-Jährige überhaupt zu kennen. Damit scheiterte er aber an der klaren Aussage der Ratsfrau im Zeugenstand.

In Begleitung von je vier Personen waren der Angeklagte und auch die Ratsfrau zu diesem Prozess erschienen. Draußen, auf dem Gerichtshof, waren rein vorsorglich zehn Polizisten zur Absicherung einer womöglich turbulent werdenden Verhandlung präsent. Doch alles blieb ruhig. Der Angeklagte zählte nur auf, wann er am Tattag wo gewesen sei – um dadurch zu belegen, dass er als Beleidiger gar nicht infrage komme. Kraft-Dlangamandla war aber sicher, dass es dieser 47-Jährige war, der sie mit den üblen Ausdrücken belegt habe: „Man muss sich dagegen wehren“, betonte die 69-Jährige, deshalb habe sie Anzeige erstattet. Der Staatsanwalt und auch die Richterin glaubten ihr. Es gäbe „keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit“ der Ratsfrau, befanden beide. Eine zunächst schriftlich verhängte Strafe von 500 Euro müsse nun höher ausfallen, weil im Strafbefehl stets von einem Geständnis ausgegangen werde. Da der Angeklagte aber leugnete, muss er nun 600 Euro zahlen. Man werde das „nicht auf sich sitzen lassen“, werde Berufung einlegen, hat einer der tätowierten Begleiter des Angeklagten beim Verlassen des Gerichts angekündigt.