Prozess um Mäusekot in Traditionslokal in Düsseldorf Altstadt.

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Tote Mäuse in Traditionslokal

Der Betreiber wehrte sich vor Gericht gegen eine Geldstrafe von 10.000 Euro. Alle Lokale in der Düsseldorfer Altstadt würden seit Jahren gegen eine Mäuseplage kämpfen.

(wuk) Auffallend lässig gab sich ein Großgastronom (66) beim Amtsgericht, als es dort um 10.000 Euro Strafe wegen ekliger Umstände in einem seiner Restaurants ging.

In jenem Traditionslokal in der Altstadt waren bei einer Stadt-Kontrolle im Oktober 2018 schlimme Zustände entdeckt worden – von Mäusekot und schimmelähnlichen Anhaftungen hinter einer Spüle und fettverdreckten Abzugshauben bis hin zu einem Mäusekadaver im Lebensmittellager. Doch der Lokal-Chef war’s nicht - es war der Küchen-Chef, der dafür als Zeuge die ganze Verantwortung auf sich nahm. Also wurde der Gastronom freigesprochen – und den Küchen-Chef (60) erwartet jetzt wohl ein eigenes Verfahren. Dabei hatte der Großgastronom auf der Anklagebank sogar noch versucht, die Zustände in diesem Altstadt-Lokal zu verharmlosen. Bei dem von Stadt-Kontrolleuren gefundenen Mäusekot könne es sich keinesfalls um Nagetier-Exkremente handeln, sondern bloß um heruntergefallene Krusten vom benachbarten Haxengrill. Und was die tote Maus angeht, sei das auch nicht zu verhindern. „Die gesamte Altstadt kämpft seit Jahren gegen Mäuse“, so der 66-Jährige. Dem hielt die Richterin entgegen:

„Man muss trotzdem verhindern, dass die da hinkommen!“ Sie ging laut Prüfbericht der Stadt-Kontrolleure davon aus, dass die schlimmen Zustände am Kontrolltag korrekt aufgelistet worden waren. Nur nahm an dieser Stelle der Koch des Lokals die Schuld auf seine Schultern. Er sei als Küchen-Chef ja nicht bloß fürs Essen zuständig, sondern auch für die Einhaltung der Hygiene - und die Aufsicht über die Reinigungskräfte liege auch noch bei ihm. Das interessierte ´besonders den Staatsanwalt, der sich eifrig Notizen machte. Klar war damit: Der Lokal-Betreiber muss die schriftlich verhängte 10.000-Euro-Strafe jetzt nicht zahlen, er wurde freigesprochen. An seiner Stelle auf der Anklagebank wird demnächst aber wohl der Koch die Suppe auslöffeln müssen.

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