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Düsseldorf: Prozess über Millionenschwindel

Düsseldorf : Prozess über Millionenschwindel

Jahrelang haben zwei Betrüger ihre gutgläubigen Kunden in Deutschland eingelullt, haben ihnen monatlich beachtliche Renditen vorgegaukelt – und dadurch fast vier Millionen Euro als Beute ergaunert.

Jahrelang haben zwei Betrüger ihre gutgläubigen Kunden in Deutschland eingelullt, haben ihnen monatlich beachtliche Renditen vorgegaukelt — und dadurch fast vier Millionen Euro als Beute ergaunert.

So lautet die Anklage gegen zwei Tatverdächtige, über die seit Montag eine große Strafkammer des Landgerichts verhandelt. Den 33 und 40 Jahre alten Männern werden schwerer Betrug und Untreue vorgeworfen. Denn Kundengelder seien nur zu einem kleinen Teil überhaupt zu Wertpapiergeschäften eingesetzt worden, aber dabei seien nie nennenswerte Gewinne erwirtschaftet worden.

Von 2003 bis 2007 hätten die Männer ihr Leben finanziert mit dem Kapital und der Gutgläubigkeit ihrer Geldgeber, so die Anklage. Investoren spiegelte das Duo angeblich vor, über eine Firma in Düsseldorf und einen Hauptsitz, der zuletzt in Dubai lag, höchst lukrative Tagesgeschäfte an internationalen Finanzplätzen führen zu können.

Monatlich bekamen die Geldgeber "Kontoauszüge", auf denen beachtliche Renditen vermerkt waren. Und weil zurückgeforderte Teilbeträge anfangs anstandslos ausgezahlt wurden, stockten die Kunden ihren Kapitaleinsatz immer wieder auf.

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Tatsächlich aber, so die Anklage, sollen jene "Renditen" nicht aus wahren Gewinnen, sondern nur aus den Einlagen von Neu-Kunden bezahlt worden sein. Ein operatives Geschäft am Wertpapiermarkt habe es nie gegeben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem klassischen "Schneeball-System" aus, das von Anfang an auf Betrugsabsicht beruhte.

Der Düsseldorfer Statthalter habe sich ein üppiges Festgehalt ausgezahlt, sein mutmaßlicher Komplize soll in Dubai erhebliche Summen auf Privatkonten abgezweigt haben. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass sie weitere Helfer hatten — und dass auch ein Rechtsanwalt über Schweizer Konten verfügen durfte, auf denen ein Teil der Anlagegelder gelandet sei. Gegen den Anwalt und die zwei mutmaßlichen Helfershelfer soll demnächst gesondert verhandelt werden.

Ob das jetzt angeklagte Duo, das als Drahtzieher des internationalen Großbetrugs gilt, zu den Vorwürfen überhaupt aussagen will und ob die Männer Geständnisse ablegen, ist noch unklar. Der Prozess wurde gestern kurz nach Verlesung der Anklageschrift bereits wieder abgebrochen. Der nächste Verhandlungstag ist jetzt für Mitte Mai vorgesehen.

(wuk)