Prozess in Düsseldorf: Mario Barth verteidigt seine Hauptstadthelden

Prozess in Düsseldorf : Mario Barth verteidigt seine „Hauptstadthelden“

Komiker Mario Barth will sich seine Marke „Hauptstadthelden“ nicht abjagen lassen. Seine Anwältin ließ dem Gericht kurz vor dem Prozesstermin zwei dicke Aktenordner zukommen, die beweisen sollen, dass er die Marke rege nutzt.

Aufgeben soll Komiker Mario Barth (46) jetzt seine seit Jahren verbrieften Rechte an der Wortmarke „Hauptstadthelden“. Das fordert eine Berlinerin in einem Zivilprozess, über den das Landgericht Düsseldorf am Mittwoch verhandelt hat.

Ihre Löschungsklage stützt die Frau darauf, dass Barth die bisher geschützte Bezeichnung angeblich nur noch im Zusammenhang mit einer in Düsseldorf ansässigen TV-Produktions-Firma genutzt habe. Das aber sei nicht genug dafür, dass Barth die seit April 2007 auf seinen Namen eingetragene Wortmarke weiterhin für sich allein reklamieren könne. Also solle er laut Klage mit Gerichtshilfe dazu gezwungen werden, dass die Wortmarke gelöscht, damit wieder frei verfügbar wird.

Zur Verhandlung war aber keiner der Kontrahenten erscheinen, nur die Anwälte beider Seiten haben den gestrigen Termin wahrgenommen. Dabei erlebte der Kläger-Anwalt eine dicke Überraschung: Zwei pralle gefüllte Aktenordner hat seine Kollegin (als Barth-Vertreterin) in den Gerichtssaal gehievt.

Das seien, so ließ sie wissen, die gesammelten Unterlagen darüber, auf welch vielfältige Weise der Comedian die für ihn geschützte Wortmarke „Hauptstadthelden“ tatsächlich nutze. Das Angebot unter diesem Begriff reiche nämlich von Dienstleistungen (zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen) bis hin zu einer breiten Warenpalette.

So würden etliche Produkte wie T-Shirts, Tassen, aber auch Plüschtiere, Schneekugeln, Adventskalender bis hin zu Sparbüchsen oder Taschen unter dem Begriff „Hauptstadthelden“ eifrig angeboten und vertrieben. Dass Barth die Marke nicht ausreichend nutzen würde, soll damit entkräftet werden.

Der Kläger-Anwalt bekam vom Gericht jetzt erstmal zwei Monate Zeit, um die vorgelegten Listen zu überprüfen – und dann eine Stellungnahme dazu einzureichen. Wann der Prozess danach weiter geht, ist noch völlig ungewiss.

Vor zwei Jahren hatte ein Spielzeughersteller in einem ähnlichen Fall dem Sportwagenhersteller Ferrari in Düsseldorf die Marke „Testarossa“ löschen lassen. Ferrari konnte aus Sicht der Richter keine aktive Nutzung nachweisen.

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