Prozess am Düsseldorfer Landgericht um leeres Goldschmuck-Paket

Prozess vor Landgericht Düsseldorf : Goldschmuck-Paket kam leer an

Eine 42-Jährige soll das Paket ohne Ware an den Internet-Kunden verschickt haben. Die Verhandlung findet vor dem Landgericht Düsseldorf statt.

Ein Paket mit Altgoldschmuck für 6200 Euro war nur deshalb so leicht, weil es kein Gold enthielt. Mit dieser Erklärung brachte ein Internet-Kunde (50) eine 42-jährige Hausfrau am Freitag erneut vor Gericht.

Im ersten Prozess war die Verkäuferin bei einem Internet-Auktionsforum vom Betrugsverdacht freigesprochen worden. Auf Drängen der Staatsanwaltschaft prüft jetzt aber das Landgericht den Fall neu. Für die Hausfrau unerklärlich, sie habe dem Käufer das Geld auch deshalb nicht erstattet – „weil er hat ja meinen Schmuck“. Hat er aber nicht, so der Käufer. Nach der Überweisung der 6200 Euro habe er ein ganz leichtes Paket erhalten – leer bis auf zusammengeknülltes Papier.

Ein Foto belegt, dass das Paket mit braunem Klebeband verpackt war. Doch die Hausfrau und ihr Sohn beteuern, von ihnen sei nur durchsichtiges Klebeband benutzt worden. Beim Amtsgericht hatte genau dieser Umstand die Frau vor einer Strafe bewahrt. Womöglich, so hieß es dort, könne jemand unterwegs ja die Sendung geöffnet, das Gold entnommen, das Paket frisch verpackt weiter geleitet haben. Wie wahrscheinlich das ist, prüft nun das Landgericht. Zumal jene Hausfrau zuvor schon zwei Mal mit ähnlichen Vorwürfen anderer Käufer konfrontiert war.

Einmal war es ebenfalls um Altgold gegangen, ein anderes Mal um einen Ring. Auch jene Pakte sollen leer bei den Käufern angekommen sein. Und beim dritten Fall konnte sie jetzt nicht mal angeben, was sich in dem 279,64 Gramm schweren Goldkonvolut befunden habe: „Das waren ja nicht nur kaputte Ketten und so, sondern auch geschenkter Schmuck von der Oma der Mutter“, meinte sie vage.

Mit weiteren Zeugen will das Landgericht das alles nun noch genauer prüfen. Der Prozess wird deshalb fortgesetzt.