Düsseldorf: Provokationen unter Polizeischutz

Düsseldorf: Provokationen unter Polizeischutz

Die AfD hatte eine Demonstration angemeldet, um ihre Landtagskandidaten vorzustellen.

Als der Landesvorsitzende der AfD den Düsseldorfer Oberbürgermeister auf seine Bühne bat, war Thomas Geisel gar nicht mehr in Hörweite. Es darf auch bezweifelt werden, dass er die provokante Aufforderung des Marcus Pretzell hätte befolgen wollen, denn als Geisel noch in der Nähe war, da gehörte er zu denen, die hinter einem beachtlichen Polizeigürtel gegen die AfD-Kundgebung protestierten.

Rund 500 Menschen hatten es ihm gleichgetan, Sozialdemokraten und Grüne, Linke und Liberale, Katholiken, Piraten, Gewerkschafter und Juden, deren Gemeinde-Direktor Michael Szentei-Heise die kürzlichen Annäherungsversuche von AfD-Frontfrau Frauke Petry ans deutsche Judentum verbat, und etwa auf den Sprachgebrauch eines Neusser AfD-Politikers hinwies: "Umvolkung", sagte Szentei-Heise spöttisch, "ist kein jüdischer Begriff."

Drüben, am Johannes-Rau-Platz, gaben sich die AfD-Kandidaten unterdessen volksnah, versprachen "der armen alten Rentnerin" Sicherheit und Geld und den Polizisten, von denen einige hundert seit dem Morgen den Kundgebungsplatz der AfD gesichert hatten, mehr Kollegen; und das alles mit "Luftunterstützung", wie der Kreisvorsitzende beim Anblick eines Sportflugzeugs mit Parteibanner jubelte.

Rund 100 Zuhörer waren gekommen, um Pretzell, Petry und dem Düsseldorfer AfD-Kandidaten zu applaudieren. Kundgebung und Gegendemo verliefen weitgehend friedlich, bestätigte die Polizei. Ein Demonstrant war nach einem Scharmützel an der Absperrung zu einer Personalienüberprüfung festgehalten worden.

(sg)