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Projekt Luca Bären in Düsseldorf hilft trauernden Kinder

Projekt „Luca Bären“ in Düsseldorf : Bärenstarke Unterstützung für Kinder

Das Projekt „Luca Bären“ hilft trauernden Kindern, die ein Elternteil verloren haben. Eine Spendengala am 31. Oktober in Unterbilk möchte das besondere soziale Engagement unterstützen.

Ein Familienurlaub auf Mallorca sollte es werden. Doch das Schicksal hatte andere Pläne und riss den Papa von zwei kleinen Kindern mitten aus dem Leben. Im Ankunftsbereich des Flughafen Düsseldorf erwartete Notfallseelsorger Olaf Schaper Mutter und Kinder. Um das Eis ein wenig zu brechen, hatte er zwei kleine Plüschbären dabei. In den folgenden Wochen blieb er Ansprechpartner für die trauernde Familie. Die Mutter fühlte sich so gut unterstützt, dass sie Olaf Schaper fragte, ob es noch andere Kinder gäbe, denen er auf diese Weise hilft. Als der Pfarrer das mit „Ja“ beantwortete, bekamen die Plüschbären einen Namen und das Projekt „Luca Bären“ war geboren. Das war 2016.

In den vergangenen fünf Jahren haben der Leiter der Notfallseelsorge und seine beiden Kollegen, Feuerwehrmann Michael Pehl und Trauerbegleiterin Birgit Mahlke, in vielen akuten Fällen helfen können. „Kinder trauern anders als Erwachsene. Sie ziehen sich zurück oder reagieren mit sehr starken Emotionen“, sagt Olaf Schaper. Er weiß, wie schwer es Müttern und Vätern fallen kann, in einer Notsituation, in der sie den Lebenspartner verloren haben, ihren Kindern beizustehen. „Sie haben vielleicht eine gute Freundin oder ein Familienmitglied, mit dem sie reden können“, sagt Schaper und ergänzt: „Es ist schwer zu erklären, wenn ein Elternteil Suizid begangen hat oder bei einem Unfall umgekommen ist.“

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Noch problematischer sei es, wenn in der Familie nicht über den Tod gesprochen werde, wenn ein Vater oder die Mutter Krebs hatten. „Wir tragen alle einen Pager und werden alarmiert von den Rettungskräften vor Ort“, erklärt der Notfallseelsorger das Prozedere. Sie sind für die Kinder da, hören zu und begleiten sie nicht nur in den ersten Stunden. „Der Bär hilft uns dabei, einen Zugang zu bekommen. Gerade bei ganz kleinen Kindern ist er eine große Hilfe für uns“, sagt er.

Das Besondere am Bären-Projekt ist, dass es über die Notfallseelsorge hinausgeht. Es richtet sich an Kinder zwischen sechs und 13 Jahren. „Wir haben eine Luca-Bären-Gruppe, in der sie sich untereinander austauschen können, organisieren Ausflüge mit ihnen, etwa zu einem Falkner oder machen eine Planwagenfahrt“, zählt der Pfarrer auf. Unterstützt wird er von den Rettungskräften und Kollegen der Feuerwehr. „Wir besuchen die Feuer- und Polizeiwachen, kochen zusammen und zeigen ihnen so, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind.“ Die Verbindung, die dadurch entsteht, gibt den Kindern Kraft und hält über lange Zeit. So hat Olaf Schaper bis heute Kontakt zu den beiden Jungs, die vor fünf Jahren ihren Vater auf Mallorca verloren haben.

Das Projekt ist ein ehrenamtliches Engagement, das über die Notfallseelsorge hinausreicht. Deshalb sind Spenden wichtig, um den Kindern Abenteuer- und Erlebnisausflüge zu ermöglichen und weitere Teddybären anzuschaffen. Hier kommt Tim Blumhoff ins Spiel. Der Gastronom und Vater eines kleinen Jungen war so berührt, als er von dem Projekt hörte, dass er im vergangenen Jahr eine Spendengala organisieren wollte. „Doch wegen des Lockdowns konnte ich sie nicht realisieren“, sagt er. Corona hat auch die Arbeit für die Luca-Bären-Gruppe erschwert. „Seit Ausbruch der Pandemie darf niemand mehr auf die Wachen, der nicht dort arbeitet“, bedauert Pfarrer Schaper.

Davon ließ sich das bärenstarke Team aber nicht von seiner wertvollen Aufgabe abhalten. Ebenso wenig wie Tim Blumhoff, der am 31. Oktober in seiner Weinbar Herr Noil an der Wissmannstraße in Unterbilk von 16 bis 24 Uhr zur Spendengala einlädt. Der Eintritt kostet 50 Euro. „Alle Einnahmen des Abends gehen komplett an die Luca Bären“, verspricht er. Ergänzt wird die Gala durch Info- und Gastrostände vor der Weinbar.