Problembaustelle Polizeipräsidium Düsseldorf: Die Zellen sind zu klein

Problembaustelle in Düsseldorf : Jetzt sind im Polizeipräsidium auch noch die Zellen zu klein

Nächstes Problem auf der Problembaustelle: Das Polizeigewahrsam entspricht nicht mehr den Anforderungen. Kommt noch ein Neubau?

Seit sechs Jahren wird am Düsseldorfer Polizeipräsidium um- und angebaut – nun deutet sich an, dass die 157-Millionen-Euro-Investition nicht ausreicht: Das Polizeigewahrsam, in dem Festgenommene untergebracht werden, entspricht nicht mehr den gestiegenen Vorgaben für Zellengröße oder Barrierefreiheit. Darüber hinaus darf die Polizei neuerdings Verdächtige länger festhaten, auch dafür ist der Bau nicht ausgelegt. Inzwischen gilt es als unklar, ob dieser Bereich im denkmalgeschützten Präsidium am Jürgensplatz überhaupt noch erneuert wird. Im Raum steht ein Neubau.

In den Zellen im Polizeigewahrsam landen Verdächtige oder potenzielle Gefährder. Nur die Altstadtwache verfügt über eigene Zellen, alle anderen Düsseldorfer Dienststellen bringen die Festgenommenen in den 1932 eröffneten Trakt des Präsidiums in Unterbilk. Durch eine Schleuse gelangen die Fahrzeuge in einen Innenhof, von dort geht es zu den Zellen.

Baulich ist dieser Gebäudeteil in Ordnung: Das Gewahrsam war von 1998 bis 2002 saniert worden und ist nicht Teil der aktuellen Arbeiten. Trotzdem herrscht Handlungsbedarf. Wie zu hören ist, will der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) diesmal nicht im laufenden Betrieb arbeiten, angeblich, weil ihm die Verantwortung zu groß ist, wenn etwas passiert. Der BLB ließ Nachfragen zum Polizeigewahrsam unbeantwortet.

Deshalb kam die Idee auf, das Gewahrsam in der Nähe neu zu bauen. Bei einem Standort in größerer Entfernung drohen lange Dienstfahrten: Bislang hat beispielsweise die Kripo kurze Wege für Vernehmungen. Ein Neubau hätte auch den Charme, dass dort weitere Dienststellen einziehen können – die Polizei braucht mittelfristig weiteren Platz, etwa für die Düsseldorfer Hundertschaft.

Die Frage ist allerdings, wo ein neues Gebäude entstehen könnte. Das Umfeld in Rhein- und Landtagsnähe gilt als Filetstück, darüber hinaus werden dort auch Flächen etwa für Ministeriumsneubauten gesucht. Holger Hoever, Vorsitzender der Düsseldorfer Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei, warnt vor den Folgen einer Verlegung in die Ferne. „Dass das ein teures Pflaster ist, darf für die innere Sicherheit keine Rolle spielen“, sagt er.

Vor neuen Plänen muss der BLB aber erst einmal die laufenden Arbeiten beenden: Der Abschluss, der schon seit vier Jahren überfällig ist, verzögert sich erneut. Frühestens Ende 2023 sollen die Arbeiten beendet sein, Insider halten auch das für „optimistisch“. Der Grund ist, dass Asbest im Altbau gefunden worden ist. Einige Abteilungen der Polizei müssen als Folge noch länger im ehemaligen Innenministerium an der Haroldstraße bleiben. Wie zu hören ist, sind sie damit nicht unzufrieden: Die Büros dort sind erheblich größer als im historischen Präsidium.

Das ganze Bauprojekt ist nicht gut genug durchdacht, meint Polizeireporterin Stefani Geilhausen.

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