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Düsseldorf: Presse lobt die neue FDP-Vize-Chefin

Düsseldorf : Presse lobt die neue FDP-Vize-Chefin

Die Wahl von Marie-Agnes Strack-Zimmermann ins Spitzenteam der Bundes-Liberalen wird überregional in den Medien beachtet. Die Erste Bürgermeisterin aus Düsseldorf überzeugte mit einer knackigen Rede.

Knapp zwölf Minuten lang war Rede, mit der sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf dem Bundesparteitag der Liberalen um den Posten der Vize-Vorsitzenden beworben hat. Was die Düsseldorfer von ihrer Ersten Bürgermeisterin im Rathaus seit Jahren kennen, hat die Bundesliberalen ebenso überzeugt wie politische Korrespondenten überregionaler Zeitungen: Die zierliche Frau mit den kurzen grauen Haaren, die bisher nur Kommunalpolitik gemacht hat, sprach Klartext und damit aus, was viele liberal Gesinnte seit dem ungeplanten Auszug aus dem Bundesparlament denken.

Direkt war auch die Wortwahl der 55-Jährigen Verlagsexpertin und Mutter dreier Kinder: Es gehe ihr "tierisch auf den Keks", dass alle anderen Parteien den Menschen vorschreiben wollten, wie sie zu Leben hätten. "Es gibt aber keine Blaupause für das Glück." Sie stehe für eine offene, transparente Gesellschaft, für Bürgerrechte und eine Wirtschaftspolitik, die Ethik und Soziales nicht vernachlässige. Düsseldorf, wo die FDP seit 1999 mit der CDU im Rathaus regiert, sei dafür ein Beispiel: wirtschaftlich schuldenfrei, beitragsfreie Kita-Plätze, Investitionen in die Infrastruktur.

Selbstbewusst betonte Strack-Zimmermann ihre kommunalpolitische Prägung: Die 5000 Kommunalpolitiker der FDP seien nicht nur die Nervenenden der Partei, wie der neue Bundesvorsitzende Christian Lindner es formuliert hatte. "Wir sind die Beine und werden die FDP wieder zum Laufen bringen", rief Strack-Zimmermann und siegte mit rund 72 zu 25 Prozent gegen den Europakritiker Frank Schäffler. Das wurde medienübergreifend als klarer Sieg für Lindners Linie gedeutet; nicht nur, weil er sich zu Europa bekennt, auch, weil er Frauen und Kommunalpolitiker verstärkt in seinem Führungsteam will. Strack-Zimmermann ist beides.

"Die Überraschung dieses Parteitags war deshalb nicht Lindner", kommentiert die Süddeutsche Zeitung. "Es war Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die neue stellvertretende Parteivorsitzende. Die Düsseldorfer Bürgermeisterin spricht so selbstverständlich und geerdet über einen toleranten, großzügigen, sozial sensiblen Liberalismus, dass man sich fragt, warum die FDP sich nicht früher um ihre Mitarbeit bemüht hat. Ihr Auftritt und ihre Wahl zeigen, dass die FDP ums Überleben kämpft, aber nicht tot ist."

In der Welt heißt es zum Sieg Strack-Zimmermanns über Schäffler, dem Lindner "in herzlicher Abneigung verbunden" sei: "Das war der Zeitpunkt, an dem Lindner wusste: Die FDP ist jetzt zwar in der APO (außerparlamentarischen Opposition, d. Red.). Aber sie ist weiter eine rationale Partei und macht sich nicht auf den Weg Richtung radikaler Protestgruppierungen."

Die Bild-Zeitung würdigte im überregionalen Teil "Düsseldorfs jecke Vize-FDP-Chefin" mit einem Foto, das Strack-Zimmermann im Karneval als March Simpson zeigt (passend in Blau-Gelb): "Im Karneval macht sie mit den besten Kostümen Düsseldorfs Rathaus unsicher — bald kennt sie ganz Deutschland." Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnet Strack-Zimmermann als "Kommunalpolitikerin aus Düsseldorf", die Akzente setzen solle, lobt die "achtbaren Ergebnisse" und prognostiziert eine Führungsmannschaft, hinter der "sich die Verlierer des Wochenendes und auch die Verantwortlichen zurückliegender Niederlagen versammeln müssen". Die taz macht Strack-Zimmermann sogar zur Oberbürgermeisterin von Düsseldorf. Dabei hat sie auf diese Kandidatur erst vor wenigen Wochen verzichtet.

(RP)