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Premiere Miss Saigon im Musical Dome

Musical Dome : Nostalgisches Musical: „Miss Saigon“ in Köln

„Miss Saigon“ feiert eine gelungene Premiere im Kölner Musical Dome.

Eine Liebe in Zeiten des Krieges, die jäh endet, als Saigon evakuiert wird, ein unschuldiges Kind, das seinen Vater nicht kennt, und eine nichts ahnende Ehefrau in den USA, das sind die Zutaten einer Geschichte, die seit ihrer Uraufführung 1989 Millionen Menschen zu Tränen gerührt hat. Nun kehrt „Miss Saigon“ zurück nach Deutschland und macht bis 3. März Station im Kölner Musical Dome.

Die Geschichte transponiert Puccinis „Madame Butterfly“ ans Ende des Vietnamkriegs. Die Musical-Macher ließen sich von einem Foto inspirieren, in dem eine vietnamesische Mutter Abschied nimmt von ihrem Kind, um es beim amerikanischen Vater leben zu lassen. Auch Kim, die Hauptfigur in „Miss Saigon“, ist bereit, ihren Sohn in die USA zu seinem Vater Chris zu geben. Eine längere Videosequenz belegt das Schicksal vieler solcher Kinder und gibt dem ansonsten etwas melodramatischen Musical eine sozialkritische Note.

Die Koreanerin Sooha Kim verkörpert Kim, die für ihr Kind und ihre Liebe tötet, verletzlich und entschlossen gleichermaßen. Soldat Chris (Ashley Gilmour) wirkt hin- und hergerissen zwischen Vietnam und seiner Liebe zu Kim einerseits und andererseits dem Zuhause in den USA, wo er, männlich pragmatisch, eine neue Frau findet. Beide Hauptdarsteller verfügen über hinreißende Singstimmen, und so gehört ihr Liebesgeständnis „Sun and Moon“ zu den Höhepunkten des Abends. Viel Applaus erntet auch Christian Rey Marbella als schmieriger Zuhälter The Engineer, der von Amerika träumt und Kims Sohn als Ticket dorthin benutzen will.

Ein 15-köpfiges Orchester unter der Leitung von Matthew J. Loughran schafft durch den Einsatz allerlei asiatischer Flöten einen gelungenen Mix aus südöstlichen und westlichen Klängen. Schmissige Choreografien mit einem 30-köpfigen Ensemble und eindrückliche Bilder runden das aufwändig inszenierte Erlebnis ab. Fast drei Stunden (inklusive Pause) dauert die Aufführung, aber man langweilt sich keine Sekunde. In Sekundenschnelle wechseln die Kulissen.

Dank des häufig schummrigen Lichts, in dem Nebel wabert, entsteht eine packende Atmosphäre, die Nostalgie atmet.

www.miss-saigon-musical.de