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Porträt von Politiker Hanno Bremer aus Düsseldorf

Kommunalpolitik in Düsseldorf : Der Sturkopf

Seit mehr als 40 Jahren prägt Hanno Bremer die Kommunalpolitik – nicht nur im Stadtbezirk 7. Der 75-jährige Grafenberger will jetzt zur Krönung seiner politischen Karriere für die CDU in den Stadtrat einziehen.

Eine wirkliche Sensation war es nicht, dass sich Hanno Bremer im CDU-internen Wettstreit für die Kommunalwahl im Wahlkreis 27 (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg) gegen Rüdiger Gutt durchsetzen konnte. Zu bekannt und zumindest in seiner Partei auch zu beliebt ist der 75-Jährige in seinem Veedel. In allen drei Ortsverbänden hatte Gutt das Nachsehen. Das hätte der CDU-Fraktionschef ahnen können.

Mehr als 40 Jahre mischt Bremer nun schon in der Kommunalpolitik mit, jetzt will er als Krönung seiner politischen Karriere in den Rat einziehen. Denn müde ist er noch lange nicht, „Politik macht mir Spaß. Und hält mich jung“, sagt der Vater eines 14-jährigen Sohnes. Und sollte sein Ansinnen scheitern, „dann gehe ich halt zurück in die Bezirksvertretung. Da habe ich keine Probleme mit“, betont der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Am 29. Februar fällt der Parteitag der CDU die Entscheidung über die Besetzung der Wahlkreise.

Als das Junge-Union-Mitglied aus Grafenberg 1979 in die erst wenige Jahre zuvor aus der Taufe gehobene Bezirksvertretung einzog, habe diese noch als „lästige Spielwiese“ gegolten, „das Gremium hatte eigentlich kaum eine Bedeutung, es hat lange gedauert, bis wir uns Gehör verschaffen konnten“, sagt Bremer, der bis zur letzten Kommunalwahl als Bezirksvorsteher (heute Bezirksbürgermeister) im Stadtbezirk 7 an der Spitze des Stadtteilparlaments stand.

Lästig, das trifft auch irgendwie auf Hanno Bremer zu. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, lässt er so schnell nicht locker. Und wenn er 20 Jahre lang jedes Jahr aufs Neue einen Antrag stellen muss. Aktuell ist das sein Wunsch, für einen Tunnel unter dem Grafenberger Wald als Entlastung für die B7 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Seit 1999 wird das von der politischen Konkurrenz abgelehnt, doch im nächsten Jahr stellt Bremer den Antrag einfach erneut. „Man muss hartnäckig bleiben, manches braucht seine Zeit. Bei der Seilbahn haben anfangs auch alle gelacht. Inzwischen wird das als ernsthafte Alternative in Erwägung gezogen“, sagt der 75-Jährige. Sein Lieblingsbeispiel ist die Brücke über der Güterzugstrecke im Ostpark. „Die wurde auch ewig abgelehnt, mittlerweile nennen sie viele die Hanno-Bremer-Brücke“, erzählt der Grafenberger nicht ohne Stolz. Die Gründung Knittkuhls, das war auch so eine Idee von Bremer, und das hat ja ebenfalls geklappt.

In die Politik kam Hanno Bremer über Georg Schulhoff. Der ehemalige Präsident der Handwerkskammer habe ein langes, intensives Gespräch mit Bremer geführt, „er hat mich überzeugt“, blickt der Fan von Konrad Adenauer auf seine politischen Anfänge zurück. Etwas anderes als die CDU sei für ihn ohnehin nie infrage gekommen, „das hat meine Familie mir so mitgegeben“. Bremer kam als Lehrling aus Essen nach Düsseldorf, Zeit seines beruflichen Lebens hat er als kaufmännischer Angestellter beim Rahmenhersteller Randolff gearbeitet.

Dass Entscheidungen, die in der Bezirksvertretung gefällt werden, oft genug im Rat wieder gekippt werden, wurmt das politische Urgestein. „Resignieren darf man jedoch nie“, sagt der Stadtteilpolitiker, der auch mit Trittbrettfahrern leben kann – soll heißen, Anträge, die er formuliert hat, werden Jahre später von anderen Parteien erneut gestellt und als die ihren verkauft. „Es geht ja um die Sache, nicht um Personen“, schwindelt Bremer ein wenig, denn so etwas nervt ihn natürlich schon.

Was dem 75-Jährigen jeder, der ihn kennt, hoch anrechnet, ist seine Bereitschaft, sich auch um kleinste Details zu kümmern. „Ich fahre für jeden Kanaldeckel raus und schaue mir das an“, betont Bremer. Das sei seine Vorstellung von Heimat, die es zu schützen gilt, um die man sich kümmern muss. „Das hat nichts Antiquiertes an sich“, sagt er.