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Düsseldorf: Polizeipräsident radelt durch Innenstadt

Düsseldorf : Polizeipräsident radelt durch Innenstadt

Bei seiner dritten Radtour durch die Stadtbezirke war Norbert Wesseler im Düsseldorfer Zentrum unterwegs. Sein Fazit: Die Beschilderung der Radwege ist an vielen Stellen oft unklar, das Netz im Zentrum nicht so gut, wie anderswo.

Karl Tröster ist passionierter Alltagsradfahrer. Das scheint sich auszuzahlen, denn die 80 Jahre sieht man dem sehnigen Mann nicht an. "Ich fahre auch Auto" - darauf legt Tröster Wert. Doch die Situation für Radfahrer findet er alles andere als optimal, oft sogar verwirrend. Etwa an der Ulmenstraße, wo auf Höhe der Geschäfte Piktogramme das Radfahren in beide Richtungen erlauben. "Darf ich dort also in Gegenrichtung fahren, obwohl es auf der anderen Seite einen Radweg gibt?" Der Düsseldorfer Polizeipräsident Norbert Wesseler zuckt mit den Schultern. Auch er weiß es nicht. "Die Beschilderung für Radfahrer ist in Düsseldorf an vielen Stellen unklar", sagt er.

Es ist die dritte von mehreren Radtouren, mit denen der Chef der Polizei die Stadtbezirke erkundet. Nach dem Linksrheinischen und dem Süden Düsseldorfs war gestern die Innenstadt dran. Nach der ersten Hälfte der vierstündigen Tour kann Wesseler am Infostand auf dem Schadowplatz, wo er sich mit der Bezirksvorsteherin Marina Spillner (SPD) und der Leiterin der Bezirksverwaltungsstelle, Eliane Vogt, den Fragen der Bürger stellt, der Einschätzung von Karl Tröster nur anschließen: "So richtig gut kann man sich in der Innenstadt mit dem Fahrrad nicht fortbewegen."

Gestartet ist die Gruppe am Burgplatz. Von dort aus ging es am Rhein entlang Richtung Norden - eine der schönsten Strecken für Radfahrer. Die Bezirksexpertinnen Spillner und Vogt zeigten Wesseler das Fortuna-Büdchen, vorbei ging es am Schlösschen der Bezirksregierung, wo Wesseler früher gearbeitet hatte, und am türkischen Generalkonsulat, das von der Polizei bewacht wird und bald ins Linksrheinische zieht.

Auf dem Reeser Platz macht die Gruppe beim Kriegerdenkmal Halt, ein 1939 eingeweihtes Relief, das an das Regiment "die 39er" erinnert und vor dem sich immer wieder Rechtsextreme treffen. Die Bezirksvertretung 1 hat deshalb beschlossen, ein zweites Denkmal für Antifaschisten auf dem Platz aufzustellen, so Spillner. Weiter geht's auf der Kaiserswerther Straße - ein Radweg auf dem Bürgersteig - vorbei am neuen Supermarkt, den die Golzheimer so lange ersehnt hatten, in Richtung Ross- und Tannenstraße. Der Radweg auf dem Bürgersteig hat sich im Nichts aufgelöst. Fußgänger schimpfen über die Radfahrer.

Am Spichernplatz berichtet Spillner von Problemen mit lärmenden Jugendlichen, Am Dreieck, in das die Nordstraße mündet, kommt es laut Anwohnern wegen der vielen Straßenbahnschienen immer wieder zu Stürzen von Radfahrern. Nach dem Stopp auf dem Schadowplatz geht es erst zum Alten Hafen, wo Anwohner ebenfalls über lärmende Jugendliche klagen. Nina Döring kommt mit ihrer Familie vorbei und spricht kurz mit dem Polizeipräsidenten und seinen Kollegen. "Die Bolkerstraße meide ich, aber sonst fühle ich mich in Düsseldorf sicher", sagt die junge Frau.

Am Ende radelt Wesseler noch durchs Bahnhofsviertel - durch die Charlottenstraße mit dem illegalen Straßenstrich, über die Friedrich-Ebert-Straße, wo "Flingern mobil" von der katholischen Kirche sich um die Drogensüchtigen kümmert, zum Worringer Platz, der unübersichtlich und für Radfahrer kaum zu bewältigen ist. Wesseler hat eine Idee, das zu entspannen: "Einen Kreisverkehr auf dem Niveau der Pariser Champs Elysées."

(RP)