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WhatsApp-Treffen in Düsseldorf: Polizei stoppt wilde Party in Grafenberg

WhatsApp-Treffen in Düsseldorf : Polizei stoppt wilde Party in Grafenberg

Als die Hauseigentümer verreist sind, lädt das Au-Pair-Mädchen trotz Verbots acht Freunde ein. Offenbar per WhatsApp informiert, kommen aber mehr als 100 Randalierer, verwüsten das Haus und stehlen Schmuck. Nun ermittelt die Kripo.

Ein verwüstetes Haus, beschmierte Wände, ein beschmutztes Bett, gestohlener Schmuck, entwendete Taufgeschenke der Kinder, aufgebrochene und geleerte Sparschweine, leere Flaschen, Zigarettenkippen, Bengalos im Garten - das ist die Bilanz einer Party in einem Haus an der Schubertstraße in Grafenberg. Sie ist, wie es ein Polizeisprecher, formuliert, "völlig aus dem Ruder gelaufen".

Der 39-jährige Hauseigentümer würde es vermutlich noch drastischer beschreiben, noch Tage nach dem Vorfall spürt man seinen Zorn und seine Fassungslosigkeit angesichts dieser Zerstörungswut. Wie er erklärt, ist er mit seiner Frau und den drei Kindern (zwei Söhne, ein und fünf Jahre alt, eine dreijährige Tochter) an diesem Freitag mit dem Auto Richtung England gestartet, man will die Herbstferien für einen Urlaub nutzen.

Daheim bleibt das Au-Pair-Mädchen, eine 20-jährige Amerikanerin. Ausdrücklich, so der Hausherr, ist ihr verboten worden, im Haus während der Abwesenheit der Familie eine Party zu veranstalten.

Daran hält sie sich jedoch nicht, sondern lädt, wie sie später berichten wird, einige Freunde ein. Von denen, so die ersten Vermutungen, hat mindestens einer angefragt, ob es recht sei, wenn er noch Bekannte mitbringe. Dem wird offenbar nicht widersprochen - und das Unheil nimmt seinen Lauf. Vermutlich per WhatApp informiert, kommen immer mehr junge Frauen und Männer, stehen vor dem Haus, gehen durch alle Zugänge nach innen. Längst hat die Gastgeberin die Kontrolle verloren, in sämtlichen Räumen des Hauses sind Fremde unterwegs. Mit Spraydosen verschandeln sie die Wände, verschmutzen ein Bett im Kinderzimmer, brechen die Sparschweine der Kinder auf, stehlen deren Taufgeschenke und lassen auch Schmuck und andere Wertgegenstände mitgehen. Ein TV-Gerät wird von der Wand montiert und zum Abtransport bereitgestellt, die Kinderspiel-Geräte im Garten werden ebenfalls besprüht, mit Bengalos schießt man in die Gärten der Nachbarn.

Irgendwann an diesem Abend ist den Nachbarn in der gutbürgerlichen Schubertstraße (Grafenberg) das Treiben in und vor dem Haus doch zu laut. Sie rufen die Polizei. Wenig später, gegen 21.15 Uhr, fahren drei Streifenwagen vor und greifen ein, die Beamten versuchen Personalien festzustellen. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt einige der Randalierer, vor allem aber die Diebe, bereits wieder verschwunden. Zeugen werden später sagen, man habe bis zu 100 Personen gezählt. Die in England angekommene Familie erfährt am Abend, was passiert ist und kommt am nächsten Morgen zurück.

(RP)