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Düsseldorf: Polizei rechtfertigt verspätete Festnahme von zwei Einbrechern

Düsseldorf : Polizei rechtfertigt verspätete Festnahme von zwei Einbrechern

Eine Erklärung der Polizeihauptkommissarin Maria Allersmaier, man habe zwei bekannte Einbrecher nicht festgenommen, weil man andere Prioritäten gesetzt und zudem Personalprobleme habe, ist im Präsidium offenbar mit Irritation zur Kenntnis genommen worden.

Die Polizisten hatten im Prozess gegen die zwei Einbrecher ausgesagt. Denen werden mehrere Einbrüche zur Last gelegt, die sie in der Zeit begangen hatten, als sie längst im Visier der Polizei waren und festgenommen hätten werden können. Die Aussage der Fachfrau für Eigentumsdelikte war von der Verteidigung als "ungeheuerlich" eingestuft worden, zumal sie auch gesagt hatte, unter dem großen Druck bleibe halt manchmal auch "etwas auf der Strecke".

Polizeisprecher Andreas Czosgalla widerspricht dem Eindruck, die Polizei Düsseldorf gehe zu lax mit dem Thema Einbruch um. Das Gegenteil sei der Fall. Und Polizeipräsident Norbert Wesseler betont: "Die Bekämpfung der Einbruchsdelikte hat bei uns höchste Priorität. Wir wissen sehr genau, wie die Opfer sich fühlen und tun mehr denn je, um diese Delikte zu bekämpfen." Im Präsidium heißt es, die Statistik belege das eindeutig: 2011 hatte es in Düsseldorf 3300 Einbrüche gegeben, 2013 war die Zahl auf 2680 gefallen, und im ersten Halbjahr 2014 registrierte man ebenfalls einen Rückgang, und zwar um 20 Prozent. Die Kripo führt das auf neue Konzepte zurück, mit denen man die Täter - häufig straff organisierte Banden aus dem Ausland - gezielt angeht und schon einige Erfolge vorweisen kann.

Dass durch die Aussage der Beamtin der Eindruck entstanden ist, man habe die Täter gewähren lassen, sei ungerechtfertigt, sagte Czogalla weiter. Tatsächlich habe man sie gekannt, aber es habe keine ausreichenden Erkenntnisse vorgelegen, um sie tatsächlich festzunehmen. Vor Gericht werde von Kripo verlangt, wasserdichte Fakten vorzulegen, und soweit sei man noch nicht gewesen. Czogalla: "Es gab kriminalfachliche Gründe, noch nicht zuzugreifen!" Mehr wolle und könne man nicht sagen, weil die beiden Täter (63 und 55 Jahre alt) ja gerade vor Gericht stehen. Die Polizisten hatte allerdings vor Gericht auch von erheblichen Belastungen ihrer Dienststelle und großen Personalproblemen berichtet, zudem müsse man oft für andere Dienststellen in die Bresche springen.

Auch wenn die Zahl der Einbrüche sinkt, kommt es immer wieder zu spektakulären Einzelfällen. Erst vor wenigen Wochen stiegen Diebe nachts in mehrere Häuser in Lohausen ein, durchsuchten sämtliche Räume - während die Bewohner nebenan schliefen. Betroffene schockte vor allem, dass die Einbrecher auch in den Kinderzimmern waren.

(ho)