Serie von Überfällen Polizei jagt Drogeriemarkt-Räuber

Düsseldorf · Nach Überfall Nummer fünf und sechs in knapp drei Wochen auf Drogeriemärkte im Düsseldorfer Stadtgebiet ist die Polizei optimistisch, den oder die Täter bald zu fassen.

Serie von Überfällen: Polizei jagt Drogeriemarkt-Räuber
Foto: Gerhard Seybert

"Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Fall", sagte Polizeisprecher André Hartwich und wies daraufhin, dass die Polizei bei vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit erfolgreich war.

Am Samstag war zunächst zum wiederholten Mal ein Drogeriemarkt an der Münsterstraße und dann einer am Wehrhahn überfallen worden. Wie bei allen vorherigen Fällen flüchtete der Täter mit einigen Hundert Euro Bargeld. Je nach Filialstandort wurde die Kassierin entweder mit einem Messer oder einer Pistole bedroht und zur Herausgabe des Geldes genötigt. Einmal soll der Täter gesagt haben: "Ganz ruhig, ich muss das hier tun."

Dass sich Überfälle auf bestimmte Drogeriemärkte häufen, ist nicht neu, und das passiert auch nicht nur in Düsseldorf. Allein auf die Filialen einer Kette soll es im Jahr 2008 deutschlandweit 460 Raubüberfälle gegeben haben. Für das laufende Jahr geht die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die sich vor allem auch um das Wohl der Mitarbeiter sorgt, davon aus, dass die Zahl noch übertroffen werden wird.

Besonders gefährdet sind laut Verdi Filialen, in denen etwa eine Mitarbeiterin alleine arbeitet oder in denen es keine Videokamera gibt, die aufzeichnet, was passiert. Auch dass es in manchen Drogeriemärkten Tresore gibt, die sich mit einem Messer öffnen ließen, sei nicht gut und habe sich rumgesprochen. "Das bedeutet ein hohes Risiko für Leib und Leben der Angestellten", sagt Achim Neumann, der bei Verdi deutschlandweit für das Thema zuständig ist.

So waren 2008 nach Raubüberfälle laut Neumann rund 200 Mitarbeiterinnen nach dem Überfall für mehrere Tage krankgeschrieben. Neumann: "Das zeigt, dass so ein Vorfall traumatisiert." Es gebe viele Mitarbeiter, die den Schrecken des Überfalls in ähnlichen Situationen bei der Arbeit immer wieder neu durchleben, etwa, wenn plötzlich neben ihnen ein Kunde auftaucht.

(RP)
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