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Düsseldorfer Schadow-Arkaden: Polizei ermittelt nach Prügelei gegen neun Schläger

Düsseldorfer Schadow-Arkaden : Polizei ermittelt nach Prügelei gegen neun Schläger

Prügelei zwischen Familienclans in den Schadow-Arkaden

Die beiden Großfamilien, die am Wochenende in den Schadow-Arkaden in Düsseldorf randalierten, sind auch in Krefeld polizeibekannt. Im Düsseldorfer Einkaufszentrum haben sie lebenslanges Hausverbot.

Womöglich ging es um eine Frau. Zeugen hörten, wie in der großen Gruppe, die am Samstagabend in den Schadow-Arkaden einen Großeinsatz der Polizei verursacht hat, ein Mann einen anderen auf Deutsch attackierte. "Warum machst du meine Frau an?", habe er gerufen, und plötzlich hätten alle in einer fremden Sprache geschrien. Einige hätten versucht zu schlichten, "aber die meisten haben mitgemacht", sagt eine Zeugin. Eine andere berichtet von einem gezielten Angriff von drei Männern, die auf die Gruppe zugegangen seien.

Zwei ursprünglich aus Osteuropa stammende Großfamilien, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sollen in der Gruppe aneinander geraten sein. In Krefeld, wo die meisten ihrer Mitglieder leben, sind sie auch schon aufgefallen. Die Schläger seien aktenkundig, bestätigte eine Polizeisprecherin dort, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Verdacht der gefährlichen Körperverletzuungen

Auch in Düsseldorf hat die Polizei schon mal mit Großfamilien zu tun, die einander nicht wohlgesonnen sind. Meist seien Beziehungsstreitigkeiten einzelner Paare der Auslöser dafür, dass die Clans aufeinander losgehen, heißt es bei der Polizei, gegen deren Eingreifen sich die Streitenden nicht selten verbünden.

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In den Schadow-Arkaden stießen die Beamten, nachdem sie für Ruhe gesorgt hatten, ebenfalls nicht gerade auf Auskunftsfreude, was den Anlass und die Rädelsführer der Massenschlägerei angeht. Derzeit wird gegen neun Männer ermittelt. Gefährliche Körperverletzung lautet der Verdacht, und unter den Beschuldigten sind auch die fünf, die selbst verletzt wurden. Einer war wegen eines Beinbruchs stationär im Krankenhaus. Auch er soll zuvor kräftig mitgemacht haben.

Im italienischen Restaurant "La Passione" fand man zumindest eine der Familien bislang ganz nett. Geschäftsführer Ünal Necate sagt, die Stammgäste seien zwar laut gewesen, hätten aber nie Probleme gemacht. Damit ist jetzt Schluss. Nicht nur, weil Necate durch die Schlägerei um die 800 Euro Umsatz eingebüßt hat. Center-Manager Harald Feit hat allen an der Schlägerei Beteiligten lebenslanges Hausverbot angekündigt. "Wenn die sich noch mal blicken lassen, rufen wir die Polizei." Wahrscheinlich wird er auch Schadenersatz für die beschädigten Möbel fordern, aber: "Wichtiger ist mir, dass die hier nie wieder auftauchen."

Manche Gäste waren in Panik weggelaufen

Der Vorfall hatte am Samstag viele Gäste verschreckt. Manche waren in Panik weggelaufen, als das Geschrei losbrach, das bis in die oberen Etagen zu hören war. Andere, die wenig später das riesige Polizeiaufgebot auf der Blumenstraße sahen, bekamen es mit der Angst zu tun: "Ich dachte, da drin sei ein Terrorist oder ein Amokläufer", sagte ein Zeuge.

Eine Frau, die aus einem der Restaurants im Untergeschoss den Beginn der Schlägerei mit dem Handy filmte, bestätigt: "Erst als ich die Polizisten mit ihren Maschinenpistolen die Treppe hinunterrennen sah, habe ich mich gefragt, ob hinter dem Streit nicht etwas viel Schlimmeres steckte."

Angesichts der allgemeinen Sicherheitslage gehe eben auch die Polizei auf Nummer sicher, sagte dazu eine Polizeisprecherin. Zumal auch für die Beamten anfangs nicht klar war, womit sie es zu tun haben. Die Maschinenpistole gehört schon lange zur Ausrüstung der Polizei, doch erst seit dem Terroranschlag in Berlin wird sie immer öfter auch sichtbar getragen.

(RP)