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Nach Beschwerde von Autofahrern: Politiker kritisieren Stau-Tafeln

Nach Beschwerde von Autofahrern : Politiker kritisieren Stau-Tafeln

Vertreter mehrerer Düsseldorfer Fraktionen haben Donnerstag die Stadtverwaltung aufgefordert, die Stau-Warnungen über den Hauptverkehrsachsen zu verbessern. Autofahrer hatten sich wiederholt über die Anzeigen beschwert, ein RP-Test hatte die Klagen bestätigt.

Die deutlichsten Worte zu den Vario-Tafeln hat der FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus gefunden. "Da muss dringend nachgebessert werden. Wenn es keine sinnvollen Informationen für Autofahrer gibt, dann können wir das System auch wieder abbauen", sagte der Verkehrsexperte der Liberalen. Auch Vertreter von SPD und Grüne stimmten der Kritik zu. Das Thema soll nun im Ordnungs- und Verkehrsausschuss (OVA) nach der Sommerpause auf die Tagesordnung kommen.

Neuenhaus nennt Beispiele für seine Kritik. "Wir sind beim japanischen Feuerwerk über die B8n in die Stadt gefahren und lasen dort, dass es wegen des Feuerwerks zu Sperrungen komme und man sich im Internet über Ausweichmöglichkeiten informieren könne. Für solch einen Hinweis haben wir doch nicht so viel Geld ausgegeben", sagte er. "Da müssen konkrete Empfehlungen stehen."

Eine Warnung in zwölf Stunden

Wie Neuenhaus hatten sich zahlreiche Autofahrer über die 1,4 Millionen Euro teuren Vario-Tafeln geärgert. Ein Test der Rheinischen Post bestätigte die Klagen. Die Redaktion hat die Vario-Tafeln über die Internetseite der Stadt zwölf Stunden (7 bis 19 Uhr) beobachtet und dabei nur zu einem Zeitpunkt auf einer Tafel eine Warnung gelesen. Im Übrigen verwiesen die Anzeigen auf die städtische Internetseite oder zeigten die freien Parkplätze in der Innenstadt an.

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Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, erklärte dies mit den Automatismen des computergesteuerten Systems. Es könnte nicht jede überfüllte Straße angezeigt und eine Ausweichroute empfohlen werden, sondern nur für die, die im System hinterlegt sein. Blome hofft darauf, dass die Hersteller von Navigationsgeräten die städtischen Verkehrsdaten bald übernähmen.

Dem Grünen-Verkehrsexperten Norbert Czerwinski genügt diese Hoffnung nicht. "Wenn man Investitionen in Millionenhöhe tätigt, dann muss auch ein System dahinterstecken. Die Daten sind doch bei der Stadt vorhanden, warum werden sie nicht in das System eingespeisten?" Immerhin habe er die Erfahrung gemacht, dass Unfälle und daraus resultierende Sperrungen auf den Tafeln aufleuchteten, sagte Czerwinski.

CDU-Ratsherr Andreas Hartnigk verteidigte dagegen die Stadtverwaltung. "Ich habe die Tafeln im Süden immer als hilfreich empfunden und sehe sie als sinnvolle Investition." Aber auch er sagt: "Ich glaube, dass die Verwaltung noch nicht am Ende der Möglichkeiten ist."

Ziele für Verwaltung

Bei der Suche nach Lösungen schlagen die Kritiker unterschiedliche Wege ein. Der Vorsitzende des OVA, Martin Volkenrath (SPD), will bei den Staus an sich ansetzen. "Bisher ist das nur bessere Mangelverwaltung, weil es in Düsseldorf eine zu starke Orientierung auf den Autoverkehr gibt." Stattdessen müssten der öffentliche Nahverkehr und Radfahren attraktiver gemacht werden.

Der FDP-Fraktionschef definierte Ziele für die Verwaltung. Das Verkehrsamt müsse im OVA erklären, wie es dafür sorgen will, dass mehr und bessere Informationen auf den Tafeln angezeigt würden. "Und es reicht auch nicht zu schreiben, dass es eine Sperrung gibt. Es muss Informationen geben, mit denen ortsunkundige Fahrer um die Störung herumfahren können."

(RP)