Düsseldorf Politiker kämpfen für Erhalt der Linie 708

Düsseldorf · Im Maxhaus diskutierte am Dienstagabend die Rheinische Post mit Bürgern und Politikern über die Verkehrspläne für Düsseldorf. Themen waren die Linie 708 und auch die umstrittene Brücke für die U 81.

 Auf dem Podium waren unter anderem Stephan Keller, Iko Tönjes (Verkehrsclub Deutschland), Thomas Geisel und Uwe-Jens Ruhnau (v.li.).

Auf dem Podium waren unter anderem Stephan Keller, Iko Tönjes (Verkehrsclub Deutschland), Thomas Geisel und Uwe-Jens Ruhnau (v.li.).

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Die vielen laufenden und geplanten Projekte für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beschäftigen die Düsseldorfer. Das wurde am Dienstag bei der Podiumsdiskussion der Rheinischen Post im Maxhaus mit Rheinbahn, Verkehrsexperten und Politikern deutlich. Moderiert von RP-Lokalchef Uwe-Jens Ruhnau und Redakteur Arne Lieb stellten sich Oberbürgermeister Thomas Geisel, Andreas Hartnigk (CDU), Martin Volkenrath (SPD), Norbert Czerwinski (Grüne), Verkehrsdezernent Stephan Keller sowie Rheinbahn-Betriebsleiter Ralf Lüdeking und Iko Tönjes vom Verkehrsclub Deutschland (VDK) den Fragen des Publikums.

 Arne Lieb im Gespräch mit Linda Riedel. Sie wünscht sich den Erhalt der Linie 708 für Düsseltal.

Arne Lieb im Gespräch mit Linda Riedel. Sie wünscht sich den Erhalt der Linie 708 für Düsseltal.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Zentrales Thema dabei: die Wehrhahn-Linie und der damit verbundene geplante Wegfall der Linie 708. Denn vor allem die Bürger in Düsseltal beklagen, damit die Verbindung zum Hauptbahnhof zu verlieren. "Der Bahnhof ist der Dreh- und Angelpunkt und wir brauchen diese Verbindung unbedingt", sagte Linda Riedel. Besonders, da der Umstieg auf S-Bahnen und Busse keine Alternative sei.

Unterstützung in diesem Anliegen bekam sie am Dienstag zum Beispiel von Martin Volkenrath. Er schlug vor, testweise ein Jahr lang - während die Wehrhahn-Linie schon in Betrieb ist - weiter die 708 fahren zu lassen: "Dann können wir testen, wie viele Menschen tatsächlich die Bahn nutzen, und wenn es viele sind, müssen wir darüber sprechen, sie dauerhaft zu erhalten", so Volkenrath. Die Rheinbahn argumentierte, durch den Wegfall der 708 hätten nur wenige Bürger Nachteile: "Rund 30.000 Menschen profitieren von der neuen U 71, die für die 708 kommt. Vom Wegfall wären bloß 1500 betroffen. Der Erhalt stellt keinen relevanten Verkehrswert dar, verglichen mit den Kosten", sagte Ralf Lüdeking. Dennoch zeichnete sich gestern eine neue Entwicklung ab: Die Politiker wollen im heutigen Verkehrsauschuss diskutieren, ob die Strecke der U71 nicht aufgeteilt und somit wieder Platz für die 708 geschaffen werden könnte.

Siegfried Küsel sprach sich bei Uwe-Jens Ruhnau für den Bau eines Tunnels für die U81 aus.

Siegfried Küsel sprach sich bei Uwe-Jens Ruhnau für den Bau eines Tunnels für die U81 aus.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Viele Bürger würden aber auch gerne weiterhin mit den Straßenbahn-Linien 706 und 715 in die Altstadt fahren, statt künftig am Jan-Wellem-Platz umzusteigen. Dem erteilten sowohl Andreas Hartnigk als auch Stephan Keller eine klare Absage: "Damit konterkarieren wir die Stadtentwicklung von zehn Jahren", sagte Keller. Ziel sei es gewesen, die Innenstadt durch den Wegfall der Schienen attraktiver zu machen, sagte auch Hartnigk. Außerdem, so Keller, habe man auch deshalb finanzielle Fördermittel erhalten, weil man garantiert habe, oberirdisch nicht mehr zu fahren. Da sehe er die Stadt in der Pflicht.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die neue Linie U 81 zum Flughafen. Dort hatte ein Runder Tisch mit Bürgern in Lohausen sich für den Bau eines Tunnels am Nordstern ausgesprochen. "Mit einer Brücke am Nordstern hätten wir einen erheblichen Wertverlust unserer Immobilien", sagte Siegfried Küsel vom Heimat- und Bürgerverein Lohausen-Stockum. Ein Tunnel aber bedeutet Mehrkosten von bis zu 30 Millionen Euro, die die Stadt vermutlich alleine tragen müsste und die möchte Oberbürgermeister Thomas Geisel möglichst verhindern: "Ein Runder Tisch kann Empfehlungen abgeben, aber die Entscheidung liegt beim Rat. Und der müsste sich bei Mehrkosten für einen Tunnel genau überlegen, welche Projekte dann nicht finanziert werden können", so Geisel. Oberstes Ziel müsse trotz allem die Schuldenfreiheit sein.

(lai)
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