A 46: Politiker fordern Tempo 80

A 46 : Politiker fordern Tempo 80

Anwohner klagen über die permanente Lärmbelästigung durch den Verkehr und verweisen auf Mediziner. Die sagen: Dauer-Krach macht krank. Nun will man erreichen, dass das derzeitige Limit wegen der Bauarbeiten nachher beibehalten wird. Die Aussichten sind ungewiss.

Die Anwohner der Fleher Brücke haben einen weiteren Erfolg verbucht. Vertreter aller großen im Düsseldorfer Stadtrat vertretenen Fraktionen haben sich ihrer zentralen Forderung angeschlossen. Die Politiker wollen einen gemeinsamen Antrag formulieren, in dem sie bei Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) und der Bezirksregierung Tempo 80 für die A 46 auf der Fleher Brücke fordern.

Relevant wird die Frage der Höchstgeschwindigkeit Ende des Jahres. Dann finden die Bauarbeiten auf der Brücke ihr Ende und mit ihnen das vorübergehende Limit von 80 Kilometern in der Stunde. Künftig soll wieder Tempo 120 auf diesem Stück der A 46 gelten. Verkehrsministerium und Bezirksregierung lehnen den Reduzierungs-Wunsch der Anwohner ab, weil nach ihren Berechnungen (nicht Messungen) der Autoverkehr die vorgeschriebenen Lärm-Grenzwerte nicht überschreitet und die Brücke keinen besonderen Gefahrenpunkt darstellt. Deshalb sei eine Beschränkung für die Autofahrer nicht gerechtfertigt.

Neben der politischen haben die betroffenen Düsseldorfer auch wissenschaftliche Unterstützung erhalten. Adam Kurzeja, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik im Düsseldorfer EVK, erklärte beim Infotreffen der Fleher Bürger-Interessengemeinschaft: "Lärm macht krank." Eine dauerhafte Beschallung von 20 bis 60 Dezibel könne nachgewiesenermaßen zu Gemütserkrankungen, Bluthochdruck und Herz-Rhythmus-Störungen sowie Magen-Darm-Erkrankungen führen. Eine Belastung an die 60 Dezibel ergeben auch die Berechnungen der Bezirksregierung für die Fleher Brücke. Ausschließlich auf die politische Hilfe wollen sich die Anwohner der A 46 nicht verlassen. Sie bereiten eine Klage vor, um ihre Forderung gerichtlich durchzusetzen. Ein Rechtsgutachten bezeichnet die Argumentation der Bezirksregierung als "geradezu abwegig".

Deshalb will die Bürgergemeinschaft nun gerichtsfeste Lärmmessungen einholen und arbeitet aktuell mit ihrem Anwalt einen Vertrag für den Gutachter aus. Der juristische Weg erscheint seit Mittwoch umso dringlicher, als die Bezirksregierung in Essen demonstriert hat, wie sie mit Forderungen aus einer Großstadt umgeht. Den nachdrücklichen Wunsch der Essener Verwaltung, auf der A-52-Brücke Tempo 80 einzuführen, lehnte die Bezirksregierung ab — und verwies auf ihre Lärmberechnungen.

(RP)
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