Bauen in Düsseldorf Politik legt Pflege-Campus der Awo in Eller auf Eis

Eller · Die Awo will an der Schlossallee einen neuen Pflege-Campus errichten. Gegen die Pläne an sich hatte auch die Bezirksvertretung 8 nichts einzuwenden – gegen die Art und Weise, wie sie ohne Beteiligung der Politik im Detail ausgefertigt wurden, schon.

 So sollen die Neubauten an der Schlossallee 12 in Eller später einmal aussehen.

So sollen die Neubauten an der Schlossallee 12 in Eller später einmal aussehen.

Foto: Stadt Düsseldorf

Die Awo will auf einem 13.500 Quadratmeter großen Grundstück an der Schlossallee in Eller einen neuen Pflege-Campus errichten. Ein Seniorenheim (90 Plätze), eine Tagespflege (17 Plätze), eine Kita (70 Plätze) sowie altengerechte Wohnungen (42) sollen dort entstehen. Bis auf einen Teilbereich des fünfgeschossigen Gebäudes an der Heidelberger Straße sollen alle weiteren Gebäude zugunsten von fünfgeschossigen Neubauten, die sich um einen Innenhof gruppieren, abgerissen werden. Auch eine Tiefgarage ist vorgesehen.

Die geplanten Nutzungen stellen nach Ansicht der Stadt eine Erweiterung des bereits vorhandenen Bestandes vor Ort dar, weswegen auch die Bauaufsicht das Vorhaben gutheißt. Daran hatte auch die Politik keine Zweifel, als das Bauvorhaben in der Bezirksvertretung 8 in Anwesenheit von Awo-Chefin Marion Warden von Sahar Lavasani (Bauaufsicht) vorgestellt wurde. Gut sei, dass die Awo sich zum Standort in Eller bekenne, ohnehin sei der Bedarf dafür im Stadtbezirk enorm, auch dass hier der Mehr-Generationen-Gedanke gepflegt werde, lobte Christian Rütz (CDU). Gleichzeitig kritisierte er aber, „dass hier ein fertiges Produkt ohne jede Bürgerbeteiligung und ohne Beteiligung der Politik abgeliefert wurde. Es fehlt jegliche Transparenz“. Für seine Partei meldete Rütz Beratungsbedarf an, damit wurde eine entsprechende Beratungsvorlage erst einmal vertagt.

Kritisch wurde in der folgenden Diskussion ebenfalls gesehen, dass die Erschließung über die sensible Schlossallee erfolgen soll, dass überhaupt ein Verkehrskonzept allenfalls angerissen wurde, dass die städtebauliche Situation der Schlosskirche nicht genügend gewürdigt wurde und dass für die Kita an der Heidelberger Straße kein Lärmschutz vorgesehen ist. Auch mit der massiven Flächenversiegelung oder der vorgesehenen Fällung von 19 satzungsgeschützten Bäumen waren die Politiker nicht einverstanden. Die Bezirksvertretung 8 tagt am Donnerstag, 1. Juni, 18 Uhr, im Rathaus Eller am Gertrudisplatz das nächste Mal. Ob bis dahin eine Einigung gelingt, ist offen.