Pokémon Go Düsseldorf: Familienausflug zur Giradet-Brücke

Girardet-Brücke in Düsseldorf: Familienausflug zur Pokémon-Brücke

Mittlerweile ist es ein vertrautes Bild: Pokémon-Go-Spieler, die auf der Jagd nach virtuellen Taschenmonstern die Giradet-Brücke bevölkern. Über ihre Handys gebeugt sitzen die Jäger zum Teil stundenlang auf dem Boden oder auf mitgebrachten Campingstühlen - immer in der Hoffnung ein besonders seltenes Monsterchen könne sich blicken lassen.

Wenn das passiert, kommt plötzlich Bewegung in die Gruppe. Laut wird der Name des entsprechenden Pokémon ausgerufen, die Menschen springen auf und laufen mit erhobenen Smartphones die Königsallee auf und ab. Wann ein solches Monster erscheint, könne man nicht vorhersagen, sagt Mike Pernox, Gründer einer Pokémon-Gruppe für Düsseldorfer. Dementsprechend groß sei auch die Angst, ein seltenes Monster zu verpassen. Am Samstag beispielsweise hätten einige Spieler bis 4.30 Uhr morgens auf den Bürgersteigen ausgeharrt.

Es sind aber nicht nur die Profi-Spieler, die am Wochenende die Königsallee für sich einnehmen. Auch bei Familien scheint die Giradet-Brücke als Ausflugsort an Beliebtheit zu gewinnen. So sind am Sonntagmorgen viele Eltern zu sehen, die sich von ihren Kindern durch die Menschenmassen führen lassen. Die zweifache Mutter Sibille Hufmeister nimmt es mit Humor. Vor einem Jahr noch habe ihre Tochter sie angefleht ihr ein Pony zu kaufen - heute könne sie ihr einfach ein Ponita, ein Pferde-Pokémon, einfangen. Die beiden Grundschülerinnen Jana und Lynn jagen lieber selber. Dabei stehen sie unter der Aufsicht ihres Vaters Bertram Möller, der ihnen zu diesem Zweck sein Handy ausgeliehen hat. "Wir wollten uns mal zusammen ansehen, was hier los ist", sagt Möller. Eigens für das Spiel sei die Familie aus Mainz aber nicht angereist.

Kinder als Pokémon-Trainer. Gut findet der angehende Erzieher Mike Pernox das nicht. Seine Erklärung geht aber im allgemeinen Geschrei unter. Ein wildes Quappo ist aufgetaucht.

(hgw)
Mehr von RP ONLINE