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Planung Hinter der Böck in Düsseldorf-Hamm wird überarbeitet

Bezirksvertretung : Neue Pläne für Bebauung Hinter der Böck

Die überarbeitete Version mit Anregungen aus Workshops wird der Bezirksvertretung 3 vorgelegt.

Eigentlich hätte das Areal beiderseits Hinter der Böck längst geplant sein können. Wenn da der Protest der Hammer nicht gewesen wäre. Zu dicht, zu hoch, ohne sinnvolles Verkehrskonzept – so lautete das kritische Fazit vieler Bürger aus dem Stadtteil, die fürchten, der dörfliche Charakter in Hamm könnte verloren gehen.

Mehrere Workshops hatte es in den letzten Monaten gegeben mit den Eigentümern der Grundstücke, die bebaut werden sollen. Die Ergebnisse hat die Verwaltung in das Bebauungsplan-Verfahren eingearbeitet, das jetzt am heutigen Dienstag, 12. März, ab 17.30 Uhr in der Sitzung der Bezirksvertretung 3 im Stadtteilzentrum an der Bachstraße 145 vorgestellt wird.
Das steht auf der Tagesordnung:
1. Neue Planung für die Bebauung beiderseits Hinter der Böck
2. Neubau von Maisonette-Wohnungen an der Färberstraße

Warum sind diese Themen wichtig?
1. Seit sechs Jahren versucht die Stadt, auf den Flächen beiderseits Hinter der Böck Wohnraum zu entwickeln. Mehrere Modelle wurden diskutiert, wie die langgezogenen, meist landwirtschaftlich genutzten Flächen parzelliert und teils anders genutzt werden könnten. Mehrfach sind die Pläne überarbeitet worden, die Verwaltung aber scheiterte immer wieder mit ihren Ideen. Zwar hatte es 2013 ein Dialogverfahren mit den Hammern gegeben, ihre Wünsche seien aber nicht berücksichtigt worden, sagen die Bürger. Statt einer lockeren Bebauung plante die Verwaltung etwa 300 Wohneinheiten für das 22 Hektar große Areal zwischen Aderkirchweg, Fährstraße, Auf den Steinen und Hinter der Böck. Das städtebauliche Konzept wurde von der Verwaltung nach den Gesprächen im Mai 2018 überarbeitet, zum Beispiel sollen die bestehenden Privatgärten südlich der Fährstraße stärker berücksichtigt werden. Außerdem ist die Stadt zum Schluss gekommen, das Plangebiet zu teilen in einen westlichen (Plangebiet A) und einen östlichen Baublock (Plangebiet B). Im Plangebiet A sollen vorwiegend Einzel- und Doppelhäuser in offener Bauweise entstehen, für das Plangebiet B werden noch mal Gespräche mit den im Plangebiet ansässigen Gartenbaubetrieben geführt, um deren aktuelle Bereitschaft für eine Wohnbaulandentwicklung zu eruieren.

2. Wohnraum ist knapp in Düsseldorf, vor allem solcher, der bezahlbar ist. An der Färberstraße 94-96 soll der Gewerbehof der Firma Grieger abgerissen werden, um Platz zu schaffen für Wohnbebauung. 14 „aneinandergereihte Maisonette-Wohnungen“ sollen dort realisiert werden, die für Thorsten Graeßner (Grüne) nichts anderes sind als Reihenhäuser. „So wird verschleiert, dass es sich um hochpreisige Reihenhäuser handelt. Das finde ich nicht ehrlich“, sagt Graeßner. „Leider gibt es in diesem Gebiet keinen B-Plan und somit auch weiterhin keine rechtliche Möglichkeit, einzuschreiten.“ Interessant in dem Kontext Wohnen ist eine weitere Bauvoranfrage: An der Germania!straße 17a soll eine Montagehalle in ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen umgewandelt werden.