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Pläne fürs Fotozentrum in Düsseldorf: Was sich Gursky fürs Fotoinstitut wünscht

Pläne für Düsseldorf : Was sich Gursky fürs Fotoinstitut wünscht

Ein neuer Verein um den weltberühmten deutschen Fotokünstler Andreas Gursky hat ein Konzept für ein Fotozentrum in Düsseldorf erstellt.

Ein „Kompetenzzentrum mit globaler Ausstrahlung“ – das wollen Andreas Gursky und seine Mitstreiter für Düsseldorf. Der weltberühmte Fotokünstler hat gemeinsam mit Kollegen im vergangenen Jahr einen „Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts“ aufgebaut und in Abstimmung mit der Stadt Düsseldorf ein Konzept für ein Fotozentrum erstellt. Im November stellte der Haushaltsausschuss des Bundestags dafür 41,5 Millionen Euro in Aussicht. Das Land will sich in gleicher Höhe beteiligen.

Ungeachtet dessen, dass sich Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU) trotz der Entscheidung im Bundestag bislang nicht auf einen Standort für ein Fotoinstitut festlegen wollte, hat der Düsseldorfer Förderverein nun offenbart, wie er sich ein solches Zentrum vorstellt. Mit Stadt und Land ist man demnach einig darüber, dass das Institut am Ehrenhof entstehen sollte, dadurch würde das bestehende Ensemble sinnvoll ergänzt. Der Erhalt von zentralen Meisterwerken der Fotografie und die Festlegung von verbindlichen Standards für deren Neuproduktion, dafür solle das Institut nach Willen des Vereins zuständig sein. Zudem sollen dort Nachlässe in Kooperation mit bestehenden Archiven verwaltet und aufgearbeitet sowie standardisierte Aufbewahrungsmethoden entwickelten werden. Außerdem wünscht sich der Verein, dass das Haus Ausstellungen und Symposien veranstaltet, Publikationen herausgibt und Vernetzungen vorantreibt.

Unterstützung für das Projekt und den Standort Düsseldorf gebe es von prominenten Kollegen, heißt es vom Förderverein. Weltberühmte Fotokünstler wie Cindy Sherman, Wolfgang Tillmans, Jeff Wall und Thomas Ruff sprechen sich demnach für die Pläne aus. Auch Hans-Peter Feldmann, Louise Lawler und Jörg Sasse sollen zu den Unterstützern gehören.

Vereinsvorsitzender ist Moritz Wegwerth. Wegwerth, Jahrgang 1981, hat in Essen, Karlsruhe und bei Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Den Ideen und Empfehlungen einer von Grütters im vergangenen Sommer eingesetzten Kommission, deren Machbarkeitsstudie die Politikerin abwarten möchte, sieht er selbstbewusst entgegen. „Düsseldorf sehen wir uneingeschränkt als den geeignetsten Standort an und sind fest davon überzeugt, dass er sich aufgrund seiner einizgartigen Geschichte von Kunst und Fotografie durchsetzen wird“, sagte Wegwerth unserer Redaktion.

Die Staatsministerin hatte Düsseldorf zuletzt als in der „engsten Wahl“ bezeichnet; auch die Stadt Essen hatte sich Anfang dieser Woche mit einem Konzept als Instituts-Standort beworben. Dem Magazin „Spiegel“ sagte Grütters nun, ihr wäre es lieber gewesen, der Bundestag hätte sich noch nicht auf einen Standort festgelegt.

Gursky bemängelt indes, dass in Grütters’ Kommission kein Fotograf vertreten ist. Der Expertenkreis ist mit den Kuratoren Thomas Weski und Ute Eskildsen, der Fotorestauratorin Katrin Pietsch und dem früheren Direktor des Getty Research Institute in Los Angeles, Thomas Gaehtgens, besetzt.

Dass es nun so wirkt, als seien zwei Institute aneinander vorbeigeplant worden, könnte auf ein Versäumnis der Politik zurückzuführen sein. Gursky sagte gegenüber dem „Spiegel“, der Verein habe mit Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über das eigene Konzept geredet. „Herr Laschet hat sicherlich mit Frau Grütters über das Projekt gesprochen“, so der Fotokünstler. Gewiss ist das nicht. Laschet war am Freitagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Gursky selbst möchte sein Atelier im Übrigen in eine Stiftung einbringen und es öffentlich zugänglich machen. Noch sei es nicht so weit, sagte er, aber die Entscheidung sei bereits getroffen.