Parteien: Piraten und Grüne legen zu

Parteien : Piraten und Grüne legen zu

Die Mitgliederzahlen der Parteien in Düsseldorf spiegeln die jüngsten Wahlergebnisse wider: Die höchsten Verluste verbucht in diesem Jahr mit sieben Prozent die FDP. Klare Gewinner sind die Grünen und die Piratenpartei.

Wenn am Sonntag Kommunalwahl wäre, könnte die Piratenpartei vermutlich auch in Düsseldorf ein respektables Ergebnis einfahren. Das lässt sich zumindest aus den rasant steigenden Mitgliederzahlen ableiten: Waren es nach der Berlin-Wahl vor einem Monat, bei der die Piraten überraschend 8,9 Prozent der Stimmen geholt hatten, 105 Mitglieder, sind es jetzt 120. Das ist ein Plus von 14 Prozent.

"Vermutlich sind es noch mehr, weil in der Landesgeschäftsstelle noch Eintrittserklärungen liegen", sagt Oliver Bayer, Vorsitzender der Piratenpartei in Düsseldorf. So sehr er und seine Mitstreiter sich über den Zuwachs freuen, "es bedeutet vor allem viel Arbeit". Die Neuwahl des Parteivorstands, für Oktober terminiert, wurde auf November verschoben, damit sich die Neuen und die Etablierten kennen lernen können. Hauptthema bei den Neumitgliedern: "Das bedingungslose Grundeinkommen", sagt Bayer.

Auch wenn die meisten Piraten-Wähler aus ihrer Stammwählerschaft kommen, können sich die Düsseldorfer Grünen in diesem Jahr über mehr Mitglieder freuen: Waren es Anfang 2011 noch 381, wurde bereits im April — kurz nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, die den Grünen viel Zulauf brachte — das 400. Mitglied begrüßt. Aktuell sind es 420. Das entspricht im Jahresverlauf einem Plus von zehn Prozent. "Wir haben anhaltenden Zulauf von Menschen, die sich als Grüne für mutige Politik einsetzen wollen", sagt Parteichefin Mona Neubaur.

Deutlich weniger Grund zur Freude hat ihre Kollegin von der FDP: Gisela Piltz ist nicht nur liberale Parteichefin in Düsseldorf, sondern auch Vize der Bundestagsfraktion. 630 Mitglieder zählte die FDP in der Landeshauptstadt zu Beginn des Jahres. Jetzt sind es 588, sieben Prozent weniger. "Das ist vor allem enttäuschte Hoffnung in die Bundespolitik", so Piltz. Es sei schade, aber entspreche dem Trend. Sie sucht mit jedem Ausgetretenen das persönliche Gespräch. "Und es gilt, in Berlin besser zu werden."

Auch die CDU hat ein Minus zu verzeichnen, allerdings nur von zwei Prozent. Die Mitgliederzahl ist von 3511 im Januar auf jetzt 3437 gesunken. "Das hat massive demografische Gründe", sagt der Kreisvorsitzende Klaus-Heiner Lehne mit Blick auf das im Vergleich hohe Alter der CDU-Mitglieder. "Natürlich drücken die Zahlen auch die Stimmung im Land aus", so Lehne. Jedoch sei das Minus deutlich geringer als im Bundes- oder Landesdurchschnitt seiner Partei.

Relativ stabil sind die Mitgliederzahlen bei SPD und Linkspartei. Die SPD zählt aktuell 2931 Mitglieder, das sind nur 0,2 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. "Die meisten Austritte sind Wegzüge", sagt SPD-Chef Andreas Rimkus. Unterm Strich habe man "echte Neuzugänge, viele im Juso-Alter". Von 294 auf jetzt 260 Mitglieder ist die Linke geschrumpft. Das Minus sei auf "32 Karteileichen, die mehr als ein halbes Jahr lang keine Beiträge gezahlt haben" zurückzuführen, betont Parteichef Lutz Pfundner.

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