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Königsallee: Pelzhaus Slupinksi schließt nach 90 Jahren

Königsallee : Pelzhaus Slupinksi schließt nach 90 Jahren

Wo über Jahrzehnte ebenso edle wie individuelle Pelze in den Schaufenstern hingen und zahlungskräftige Kundschaft anzogen, sind jetzt rohe Wände und eine Menge Schutt zu sehen.

Das traditionsreiche Pelzhaus Slupinski an der Königsallee hat vor einigen Tagen nach mehr als 90-jährigem Bestehen endgültig geschlossen - und schon jetzt sind die Handwerker fast fertig damit, das Ladenlokal komplett auszuräumen und die Inneneinrichtung abzutransportieren. "Natürlich ist das alles sehr schade, schließlich waren wir ja eine große Familie", sagt Udo Alexander Slupinski über die Schließung des Geschäftes. Dennoch sei es gut, dass man dafür den richtigen Zeitpunkt gefunden und die Entscheidung in Ruhe selbst getroffen habe.

Mode aus Chinchilla und Nerz

Denn zuletzt war es schwieriger geworden für das Geschäft, das 1920 gegründet wurde, 1935 an der Königsallee eröffnete und sich über die Jahre einen Namen als Top-Adresse für edle Mode aus Chinchilla und Nerz gemacht hatte. Die Brüder Peter Slupinski und Udo Alexander Slupinski näherten sich allmählich dem Rentenalter und fanden keinen Nachfolger in der Familie, zudem lief der alte Mietvertrag aus. Das hätte auch eine deutliche Mieterhöhung bedeutet. "Das Umfeld auf der Kö hat sich deutlich verändert, für ein Familienunternehmen ist es hier zwischen all den Filialisten, die jeden Preis zahlen, nicht einfacher geworden", hatten die Slupinskis betont. Auch die Atmosphäre ist demnach eine andere geworden.

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Und so schien für Slupinskis der Zeitpunkt richtig, das Unternehmen an diesem Punkt aufzugeben und sich stattdessen neuen Aufgaben zuzuwenden. Wie diese für ihn konkret aussehen werden, weiß Udo Alexander Slupinski noch nicht: "Aber ich habe immer viel gearbeitet, ich kann mir gar nicht vorstellen, nichts zu tun zu haben." Klar sei aber, dass er nun deutlich mehr Zeit in Südfrankreich verbringen werde: "Davon habe ich immer geträumt."

Bruder Peter Slupinski, der in dem Familiengeschäft auch als der Designer fungierte, wird die 1989 gegründete und auch in Zukunft weiter bestehende Dependance in St. Moritz führen. Dorthin wurden auch die letzten Stücke gebracht, die nach der Schließung des Düsseldorfer Geschäfts noch übrig geblieben sind. Viele waren das allerdings nicht, wie Udo Alexander Slupinski nach dem wochenlangen und erfolgreichen Ausverkauf betont. "Es ist nur sehr wenig Ware übriggeblieben."

Ausverkauf

"Happy End" hatten sie den Ausverkauf genannt, bei dem die Pelze um bis zu 50 Prozent reduziert wurden, und tatsächlich sei die Stimmung bei allen durchweg gut gewesen. Viele Kunden hätten sich freundlich verabschiedet, auch die Stimmung bei den Mitarbeitern sei trotz des traurigen Anlasses recht entspannt gewesen. In der Werkstatt des Unternehmens wird die Arbeit zudem noch eine Weile weitergehen, bis alle angenommenen Aufträge abgearbeitet sind. Wer das freigewordene Ladenlokal an der Königsallee übernehmen wird, ist derzeit noch unbekannt. Man stehe in sehr konkreten Verhandlungen mit einem Interessenten, hieß es bei Meag Munich Ergo, dem Vermieter. "Die Gespräche sind schon sehr weit fortgeschritten", sagte Sprecher Josef Wild. Aus welcher Branche der Interessent kommt, wollte er vor einem endgültigen Vertragsabschluss jedoch noch nicht sagen. Auch wann genau die neuen Mieter an der Kö einziehen werden, ist demnach noch nicht klar: "Aber das wird dann sehr zügig gehen."

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