Pegida in Düsseldorf: Sechs Gegendemonstrationen angekündigt

Düsseldorf: Gegen-Demos umkreisen "Pegida NRW" vor Landtag

Gegen die erste Kundgebung von "Pegida NRW" am Mittwochabend vor dem Düsseldorfer Landtag ruft ein breites Bündnis zum Protest auf. Insgesamt sind sechs Gegen-Demonstrationen angemeldet — vier davon rund um den Landtag.

Anders als bei den Demonstrationen gegen "Dügida" gibt es diesmal auch einen Aufzug: Der DGB-Stadtverband und der "Düsseldorfer Appell" rufen auf, unter dem Motto "Für ein buntes und tolerantes Düsseldorf" ab 18 Uhr vom DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße über Steinstraße, Königsallee und Graf-Adolf-Straße bis zur Haroldstraße zu ziehen.

Die Route endet am Apollo-Platz, wo eine Bühne steht. Dort spricht unter anderem Michael Szentei-Heise (Jüdische Gemeinde). Auch vor dem Rheinturm gibt es ein Bühnenprogramm, zudem sind zwei Versammlungen rund um den Landtag angemeldet. Die Kundgebungen starten um 18 Uhr.

"Pegida NRW" ist ein Ableger der Dresdener Kundgebungen, der bislang nur in Duisburg aufmarschiert war. Er distanziert sich von der — montags am Bahnhof demonstrierenden — rechtsextremen "Dügida" und deren Anmelderin Melanie Dittmer, die früher Pressesprecherin von "Pegida NRW" gewesen war. Allerdings ist auch "Pegida NRW" nach Einschätzung des Verfassungsschutzes von Rechtsextremisten "zumindest unterwandert".

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Eigentlich hatte die Gruppe auch einen Aufzug am Landtag geplant. Den untersagte die Polizei. Sie geht von "einigen hundert" Teilnehmern bei den Veranstaltungen insgesamt aus und erwartet Einschränkungen für Autoverkehr und ÖPNV. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) signalisierte am Dienstag in seinem Blog seine Unterstützung für die Gegen-Demonstrationen: "Wir müssen für die Grundwerte unserer Demokratie und unserer Gesellschaft einstehen — besonders, wenn einzelne Gruppen sie in Frage stellen", schrieb er. "Daher freue ich mich, wenn möglichst viele Menschen für eben unsere Grundwerte demonstrieren."

Mit dieser Formulierung rief er nicht direkt zum Besuch der Demonstrationen auf — mit Bedacht. Sein offener Aufruf zu einer Kundgebung gegen "Dügida" war ihm im Januar vom Verwaltungsgericht untersagt worden, seine Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht hatte Erfolg.

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(arl)