Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie: Pavillon-Umzug ist ein Fall für das Schwarzbuch

Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie : Pavillon-Umzug ist ein Fall für das Schwarzbuch

Jedes Jahr listet der Bund der Steuerzahler (BdSt) im sogenannten Schwarzbuch auf, wo Steuergelder verschwendet wurden. Düsseldorf war 2007 mit dem Lüpertz-Pavillon vertreten. Die Stadt hatte den Bau in Form eines griechischen Tempels nach Plänen des damaligen Akademie-Rektors Markus Lüpertz für 550.000 Euro errichten lassen. Drei Monate wurden darin während der Quadriennale Skulpturen präsentiert. Danach wurde der Pavillon bei der Stadttochter IDR eingelagert. Für den BdSt ein klarer Fall von Steuerverschwendung.

Erneut könnte jetzt ein Pavillon Düsseldorf ins Schwarzbuch bringen: das gläserne Gebäude, in dem sich Bürger über Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie informieren können. Dabei geht es nicht um die Baukosten — mit 1,4 Millionen Euro auch eine stolze Summe — sondern um die Kosten für den Umzug des Pavillons vom Schadow- auf den nur 100 Meter entfernten Corneliusplatz: 880.000 Euro wurden fällig, weil ein neues Fundament gegossen, Leitungen verlegt, der Pavillon in drei Teile zerlegt und die 40 Tonnen schwere Fracht per Schwertransport zum neuen Platz gebracht werden mussten. Für Heiner Cloesges vom Bund der Steuerzahler NRW sind das beste Voraussetzungen für einen Eintrag ins Schwarzbuch: "Es war zwar richtig, Transparenz für die Bürger zu schaffen. Deshalb hatten wir die Kosten für den Bau nicht aufgenommen." Für einen Umzug seien 880 000 Euro jedoch "eine Menge Geld" und es sei nichts gewonnen. "Vom Kaufhof-Parkhaus aus hat man einen viel besseren Blick auf die Baustellen", sagt Cloesges. Ihm fehlt ein Konzept der Stadt: "Man zieht sich zurück und überlegt nicht, was kostengünstiger möglich wäre."

"Es ist notwendig und richtig, in Zeiten von Politikverdrossenheit Transparenz herzustellen", rechtfertigt Planungsdezernent Gregor Bonin die Kosten. Sie seien von vorneherein eingeplant und auch der Politik bekannt gewesen. "Ich bin von dieser Summe für den Umzug überrascht und habe sie zuvor nie gehört", sagt hingegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Ansonsten hätte sie ein anderes Konzept verlangt. Auch SPD-Fraktionschef Markus Raub spricht von "Geldverschwendung".

Bleibt zu hoffen, dass die Kosten nicht noch weiter steigen: Denn wegen des Wiederaufbaus muss die östliche Königsallee zwischen Blumen- und der Interimsstraße erneut für den Autoverkehr gesperrt werden: bis kommenden Freitag sowie vom 14. bis 19. Oktober jeweils von 21 bis 6 Uhr.

(RP/top)