"Patriot 3 Mars": Düsseldorfer Polizei setzt Spezial-Fahrzeug gegen Hells Angels ein

Einsatz gegen Hell Angels: Mit diesem Spezialfahrzeug griff das SEK in Düsseldorf ein

Verdacht auf Waffenbesitz: Samstagnacht hat die Polizei eine Feier der Hells Angels in Düsseldorf-Rath gestürmt und beendet. Das Einsatzkommando rückte dazu mit dem Panzerfahrzeug Typ "Patriot 3 Mars" an.

Bereits bei früheren Einsätzen mit Bezug zur Rockerszene in NRW benutzte das Spezialeinsatzkommando (SEK) dieses martialisch anmutende Spezialfahrzeug. Wie viele solcher Fahrzeuge es davon in NRW gibt und welchem Zweck sie genau dienen, will das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg aber nicht verraten. Aus "ermittlungstaktischen Gründen" will man sich zu dem Fahrzeug nicht äußern", teilte ein Sprecher mit.

Sucht man allerdings die Typenbezeichnung an dem Wagen "Patriot 3 Mars" im Internet, kommt man auf die Seite des US-Unternehmens Patriot 3 mit Sitz in Fredericksburg, Virginia. Die Firma beliefert weltweit Militär und Polizeibehörden. Auf seiner Homepage erklärt der amerikanische Hersteller "Patriot 3" sein Leitersystem Typ "Mars" detailliert.

"Mars" steht für "Mobile Adjustable Ramp System" — mobiles verstellbares Rampensystem. Über die ausfahrbare Rampe können die Einsatzkräfte in höherliegende Räume, Flugzeuge oder Fahrzeuge wie Züge oder Waggons eindringen. Der Spezialaufbau dient nicht nur Angriffs- , sondern auch zur Rettungseinsätzen. Zwei Leitern lassen sich unabhängig voneinander bewegen, damit Polizisten zeitgleich in zwei Etagen eindringen können.

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Die massive Stahlkonstruktion, die sowohl als Rammbock wie auch als ausfahrbare Leiter benutzt werden kann, wird von einem monströsen Ford F 550 mit fast 400 PS getragen, kann aber auf verschiedene Fahrzeugtypen gesetzt werden.

Der Mars wird bereits seit mehreren Jahren von der GSG9, der Spezialeinheit der Bundespolizei benutzt. Das Landeskriminalamt verfügt seit mindestens fünf Jahren über ein eigenes Exemplar für ihre Spezialeinsatzkommandos. Über deren Fahrzeuge und andere Einsatzmittel und — Methoden wird aus taktischen Gründen Stillschweigen bewahrt.

Dass das SEK bereits zu Beginn der Rocker-Kontrolle am Freitagabend in einer Seitenstraße gewartete habe, dementiere der Einsatzleiter der Düsseldorfer Polizei am Montag entschieden. Das SEK sei erst um 22 Uhr angefordert und um Mitternacht eingesetzt worden. "Schauen Sie sich das Fahrzeug doch mal an — das parken wir nicht für längere Zeit in der Stadt", sagte Bernd Schünke.

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(aka)