Konzept der Stadt Düsseldorf „Feierabend-Parken“ soll für Entlastung sorgen

Düsseldorf · Um die Parkplatz-Situation in Düsseldorf zu entspannen, können Bürger ihr Auto nachts künftig auf manchen Supermarktparkplätzen abstellen. Wie genau das neue Konzept der Stadt aussieht und wie viel eine Nacht kostet.

Oberbürgermeister Stephan Keller (m.) und Mobilitätsdezernent Jochen Kral (3.v.r.) mit Vertretern der Stadttochter CDM, von Aldi, Lidl und ampido bei der Vorstellung des „Feierabend-Parkens“.

Oberbürgermeister Stephan Keller (m.) und Mobilitätsdezernent Jochen Kral (3.v.r.) mit Vertretern der Stadttochter CDM, von Aldi, Lidl und ampido bei der Vorstellung des „Feierabend-Parkens“.

Foto: Philip Zeitner

Die Parkplatzsuche ist zweifellos eine der nervenaufreibendsten Beschäftigungen in den Innenstadtbereichen von Großstädten, nicht anders ist es in Düsseldorf. Die Landeshauptstadt versucht jetzt, die Situation etwas zu erleichtern. Künftig soll das Parken auf den Parkplätzen einiger Supermärkte zum Feierabend auch für Nicht-Kunden möglich sein.

Das Konzept stellte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) am Mittwochmorgen gemeinsam mit Mobilitätsdezernent Jochen Kral und Rolf Neumann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadttochter Connected Mobility Düsseldorf (CMD), vor.

Insgesamt 190 über die Stadtbezirke 2, 3, 6 und 9 verteilte Parkplätze stehen damit ab sofort zur Verfügung, werden zu „abendlichem Parkraum“, wie OB Keller bei der Vorstellung sagte. Hintergrund sei der Gedanke, dass „das Flächen sind die ohnehin für das Parken hergerichtet, aber gerade in den Abend- und Nachtstunden ungenutzt sind“, so Keller. „Und das in einer Situation, in der der Parkraum an öffentlichen Straßen immer knapper wird.“

Diese Verknappung sei im Kontext der Diskussion über die Neuaufteilung des Öffentlichen Raumes durchaus eine bewusste Entscheidung, führte Keller weiter aus. Dazu gehöre der Bau von Fahrradwegen oder die Neupflanzung von Bäumen an Straßen.

„Oft – nicht immer – geht das zulasten des ruhenden Verkehrs. Und wenn wir das so machen, dann müssen wir auch eine Antwort auf die Frage geben, wo die Menschen abends ihr Auto abstellen können, wenn sie darauf angewiesen sind“, sagte der CDU-Politiker. Das Feierabend-Parken sei eine erste Teilantwort auf diese Frage und eine „klassische Win-Win-Situation“.

Zu diesen Gewinnern gehören auch die Supermarktketten Aldi Süd und Lidl, die Teile ihrer Parkmöglichkeiten an drei (Aldi Süd) respektive fünf (Lidl) Standorten zur Verfügung stellen. Wer sein Fahrzeug nach der Arbeit auf einem der Parkplätze abstellen möchte, muss dafür eine Nachtmiete von vier Euro bezahlen.

Die Monatsmiete kostet 30 Euro und wäre damit sicherlich günstiger als in den meisten privaten Parkhäusern im Stadtgebiet. Die Einnahmen fließen größtenteils an die Supermarktketten und das Parkplatzvermietungs-Unternehmen ampido, über deren Website www.ampido.com/cmd1 und App die Stellplatzbuchung möglich ist.

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Foto: Olaf Oidtmann

Parken an Zeitfenster gekoppelt

Das Parken auf diesen Flächen mag vergleichsweise günstig sein, doch gibt es einige Nachteile im Vergleich zu anderen Abstellorten. Die Fahrzeuge der „Feierabend-Parker“ können abends je nach Supermarkt zwischen 18 und 18.30 Uhr auf die Stellflächen gefahren werden. Morgens müssen sie – ebenfalls je nach Supermarkt verschieden – zwischen 6 und 8.30 Uhr wieder entfernt werden.

Es gibt also nur ein bestimmtes Zeitfenster, in dem Pkw-Fahrer ihre Fahrzeuge abstellen können. Dadurch soll ein Konflikt zwischen Kunden und parkenden Anwohnern vermieden werden. Nachts sind die Parkplätze außerdem geschlossen, so dass in dieser Zeit abgestellte Fahrzeuge nicht genutzt werden können.

Kontrolliert werden sollen die Parker an manchen Standorten zunächst noch durch Personal, doch bei vielen gebe es bereits eine Kennzeichenerfassung, die widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge erkennen soll. Ziel sei es, so CMD-Chef Neumann, dass künftig sämtliche Parkflächen digital kontrolliert werden.

Ein Baustein zur Verbesserung der Parksituation

Dezernent Kral betonte, dass das Konzept „Feierabend-Parken“ auf Supermarktparkplätzen nur ein Baustein zur Verbesserung der Parkplatzsituation ist: „Wir werden schauen, dass wir auch in städtischen Liegenschaften etwas zur Verfügung stellen“, kündigte er an.

Tiefgaragen von Verwaltungsgebäuden, aber auch etwa Schulparkplätze könnten demnach für eine Beruhigung der Situation sorgen. Die vorhandenen Stellplätze würden dann ebenfalls außerhalb der Schul- oder Arbeitszeiten zur Verfügung gestellt werden, um Interessenten-Konflikte zu vermeiden.

Doch zunächst soll der Supermarkt-Versuch getestet und möglicherweise ausgebaut werden. Laut Stadt könnten in den nächsten Monaten weitere Standorte folgen, mit denen dann insgesamt 400 Parkplätze zur Verfügung stünden.