Bilk: Papierfabrik bekämpft Gestank

Bilk : Papierfabrik bekämpft Gestank

Mit der Modernisierung einzelner Betriebsteile soll die Geruchsbelästigung durch das Bilker Unternehmen Schulte gesenkt werden. Die ist von der Bezirksregierung auf rund 1300 Stunden im Jahr begrenzt worden.

Es stinkt. Und das nicht nur in Bilk, wo die Papierfabrik Julius Schulte Söhne in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern kann. Selbst aus dem Linksrheinischen und aus dem Norden der Stadt kommen, je nach Wetterlage, Beschwerden über den Geruch, den die Umwandlung von Alt- in Neupapier mit sich bringt.

Nachbarn des Unternehmens an der Fruchtstraße klagen seit Jahren über die Belästigungen. Und sie fühlen sich im Stich gelassen. Mehrfach hat Franz-Josef Bergmann schon an die Bezirksregierung geschrieben, die anstelle des staatlichen Umweltamts inzwischen die Aufsicht über den Betrieb hat. "Ein Jahr hat es gedauert, bis überhaupt Antwort kam, und die hat uns auch nicht weitergeholfen", sagt Bergmann als Beauftragter der Nachbarschaft. "Wir sehen zurzeit nicht, dass sich jemand für unsere Belange interessiert."

"Wir kennen die Sorgen der Anwohner und kümmern uns auch darum", versicherte dagegen eine Sprecherin der Bezirksregierung auf Anfrage der Rheinischen Post. Dem Unternehmen, das in Bilk jährlich um die 100 000 Tonnen Papier und Karton produziert, sei die Auflage gemacht worden, die Geruchsbelästigungen auf einen Zeitraum von "15 Prozent der Jahresstunden" zu beschränken. Nach Modernisierung und Erneuerung einzelner Betriebsteile sei das weitgehend gelungen, bestätigte die Sprecherin eine Absichtserklärung des Unternehmens.

Vorschriften übertreffen

Das versichert auf seiner Internetseite, Umweltschutz als zentrale Aufgabe wahrzunehmen, schon allein, weil die Fabrik, 1886 im Grünen erbaut, "sozusagen mit den Nachbarn großgeworden" sei. Um weiter an diesem Standort produzieren zu können, richte man die Arbeit "an den Anforderungen der gesamten Umwelt" aus, auch denen der Nachbarschaft. "Wir wollen die Umweltgesetze und- vorschriften, die uns gemacht werden, einhalten und möglichst übertreffen."

Was die zeitliche Begrenzung der Geruchsbelastung angeht, gelingt das, heißt es aus der Bezirksregierung. "In den meisten Betriebsteilen wird die Stundenzahl deutlich unterschritten, liegt bei rund 14 Prozent der Jahresstunden."

Nur ein Betriebsbereich sorge statt an den erlaubten rund 1300 an fast 1500 Stunden jährlich für den penetranten Gestank. Daran aber werde gearbeitet. "Das Unternehmen modernisiert auch in diesem Bereich seine Anlagen, hat dafür schon Ersatzteile bestellt, die in den kommenden Wochen eintreffen sollten." Spätestens ab Oktober, so die Sprecherin Bezirksregierung, soll dann auch dort die Geruchsbelästigung im behördlich genehmigten Rahmen bleiben.