Exoten in der Großstadt: Papageienschwärme an der Königsallee

Exoten in der Großstadt : Papageienschwärme an der Königsallee

In Düsseldorf leben etwa 1400 Halsbandsittiche. Die Nächte verbringen die bunten Vögel in großen Gruppen – beispielsweise auf Bäumen an der Königsallee. Die Papageien kommen eigentlich in Afrika und Asien vor. Nach Düsseldorf gelangten sie vermutlich durch eine Population entflohener Tiere aus Köln.

In Düsseldorf leben etwa 1400 Halsbandsittiche. Die Nächte verbringen die bunten Vögel in großen Gruppen — beispielsweise auf Bäumen an der Königsallee. Die Papageien kommen eigentlich in Afrika und Asien vor. Nach Düsseldorf gelangten sie vermutlich durch eine Population entflohener Tiere aus Köln.

Viele Düsseldorfer haben sich längst an die grünen Exoten gewöhnt, die fast in der gesamten Stadt vorkommen und sich jeden Abend in großen Gruppen zum Schlafen versammeln. Die Stadt duldet die Papageien, sie stellen keine Bedrohung für die heimische Fauna und Flora da.

Tobias Krause, Beauftragter für Artenschutz und Landschaftsökologie der Landeshauptstadt, gibt zu bedenken, dass die Düsseldorfer Population verglichen mit anderen Vogelarten recht klein ist: "Die Halsbandsittiche kommen in einem Gebiet von Monheim bis zum Kreis Neuss und im Norden bis Krefeld und Duisburg vor. In diesem Bereich haben wir 1400 Tiere gezählt — zum Vergleich gibt es dort etwa 7000 Amseln."

Seit die Halsbandsittiche 1982 zum ersten Mal in der Stadt auftauchten, wurden die Population und ihre Auswirkungen auf die heimische Tierwelt regelmäßig untersucht. "Die Papageien stellen keine Gefahr für einheimische Tiere dar. Zwar brüten sie in ähnlichen Höhlen wie die Hohltaube, deren Bestand hat aber trotz der Konkurrenz zugenommen", erklärt Krause.

Auch andere Arten wie beispielsweise der Zaunkönig oder Fledermäuse seien nicht durch die Papageien bedroht, die in Düsseldorf zum Teil in Hausfassaden brüten. "Man muss bedenken, dass die Vögel in einer vom Menschen gemachten Umwelt leben — in Parks und in der Stadt", so Tobias Krause.

"Außerdem brüten die Tiere zu Dreivierteln in nicht-heimischen Baumarten, wie Platanen und Roteichen." Tobias Krause geht davon aus, dass die in Düsseldorf lebenden Halsbandsittiche aus einer Population aus Köln stammen. "Dort wurden die Tiere 1965 zum ersten Mal in der Stadt gesehen. Es geht das Gerücht um, das die Tiere aus einer Quarantäne entflohen sein könnten", erzählt Krause.

Leicht haben es die Halsbandsittiche nicht in Düsseldorf. Jeden Winter erfährt die Population harte Verluste, denn das Klima in der Landeshauptstadt ist alles andere als ideal für die Tiere. "Die Vögel sind ja nicht freiwillig hier, sie sind nicht an die Kälte angepasst. Sie kommen gerade so zurecht", so der Artenschutzexperte weiter. Zusätzlich wird die Zahl der Vögel durch Eichhörnchen, die Eier stehlen, Krähen, die Jungvögel aus dem Nest rauben und Greifvögel dezimiert.

Obstgärtner, denen die Papageien häufig zu Last fallen, weil sie gerne reife Früchte fressen, rät Tobias Krause, ihre Bäume mit Netzen zu sichern. "Es hilft aber auch die Tiere durch Glitzerndes zu vergrämen. Man kann beispielsweise CDs in den Bäumen aufhängen", so der Experte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Halsbandsittiche: Eingewanderte Exoten

(anch)