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Fall in Düsseldorf: Pannen bei der Post

Fall in Düsseldorf : Pannen bei der Post

Die Schmuckdesignerin Gabriela Uphaus verschickte zur Fashion Night 471 Einladungskarten mit der Post und zahlte über 680 Euro Porto. Aber viele erreichten ihre Kunden zu spät oder gar nicht.

Sie sollte schon etwas Besonderes sein, ihre Einladung zur Fashion Night. Deshalb verschickte die Schmuckdesignerin Gabriela Uphaus nicht einfach E-Mails an ihre Kunden, sondern ließ feine, rechteckige Karten auf stabilem Papier drucken, darauf abgebildet ein Ring mit schwarzen und weißen Diamanten, drapiert auf Lava. Kein Zweifel, ein Hingucker. Sie verschickte 471 dieser Karten - per Post. "Was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte." Denn viele Einladungen haben ihre Kunden nie erreicht. Und die Geschäftsfrau fühlt sich regelrecht abgestempelt.

Sie hat nicht zum ersten Mal Probleme mit der Post. "Es ist auch früher schon passiert, dass Kunden meine Einladungen nicht bekamen." Aber nie in dieser Dimension. Am 31. August brachte Gabriela Uphaus ihren Kartenstapel zur Postfiliale an der Wissmannstraße, frankiert mit 1.45 Euro pro Karte. "Das Porto hat mich über 680 Euro gekostet, das ist viel Geld", aber das sei es ihr wert, denn sie wisse, wie gut ihre Karten bei Schmuckliebhabern ankämen, "viele sammeln sie". Falls sie denn ankommen.

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Am 8. September war dann in ihrem Geschäft "Gibriel" im Girardet-Haus an der Kö alles bereit für ihren Beitrag zur Fashion-Night, der Cremant lag auf Eis, die Häppchen waren vorbereitet. "Ich habe mich nur gewundert, dass einige Stammkunden, die sonst immer kommen, nicht erschienen sind." Von denen beschwerten sich später einige, nachdem sie Fotos von dem Event in der Zeitung gesehen hatten, warum sie denn diesmal keine Einladung bekommen hätten. Die Designerin recherchierte, telefonierte, schrieb Mails, und langsam löste sich das Rätsel: "Mindestens 30 Prozent sind erst acht Tage später, also am Tag des Events, angekommen. Oder noch später. Oder gar nicht. Eine Kundin schrieb ihr am 13. September: "Habe erst heute Ihre Einladung bekommen, wie schade." 16 Karten kamen mit dem Vermerk "Adresse nicht bekannt" zurück, "obwohl die Anschriften richtig waren, ich habe alle überprüft".

Die Designerin, die diese Panne der Post geradezu als geschäftsschädigend empfindet, rief das Kundentelefon an und bekam dort die Auskunft: "Es gibt keine Verpflichtung der Post, Briefe in einem bestimmten Zeitrahmen zuzustellen." Sie solle doch mal in die Allgemeinen Geschäftsbestimmungen schauen. Stattdessen schrieb Gabriela Uphaus einen Beschwerdebrief, der bisher allerdings unbeantwortet blieb. Auf Anfrage der Rheinischen Post meinte am Montag Postsprecher Rainer Ernzer: "Da scheint gehörig was schief gelaufen zu sein. In dieser Dimension ist mir der Ausfall ein Rätsel." Denn eigentlich gelte die Regel "E+1", Einlieferungstag plus ein Werktag, an dem die Post im Briefkasten sein sollte. Danach hätten die Karten spätestens am Freitag, 1. September, ihre Empfänger erreichen sollen. Es sei denn, die Geschäftsfrau hätte sich für die "Dialog-Post" mit reduziertem Porto entschieden, die kann auch schon mal vier Tage unterwegs sein. "Hab ich aber nicht", versichert Uphaus. Und selbst dann wären ihre Einladungen ja immer noch rechtzeitig eingetroffen.

Die Deutsche Post transportiert laut Pressestelle in Düsseldorf etwa 100.000 Briefsendungen - pro Tag. Wie viele verloren gehen, ist nicht bekannt. Rainer Ernzer: "Ich will nicht ausschließen, dass es sich dabei auch mal um Fehler von Postmitarbeitern handelt." Aber manchmal würden Briefe auch gestohlen. Daran glaubt Gabriela Uphaus in ihrem Fall eher nicht. "Bisher waren E-Mails keine Alternative für mich, aber jetzt muss ich darüber nachdenken", sagt Uphaus.

(RP)