Panne bei Verträgen: Rheinbahn-Mitarbeiter in Düsseldorf müssen nicht in Rente

Panne bei Verträgen : Rheinbahn-Mitarbeiter müssen nicht in Rente

Wegen einer Vertragspanne dürfen dutzende Mitarbeiter der Rheinbahn weiterarbeiten. Rund 100 Verträge wurden vor Jahren fehlerhaft gedruckt. Die Rheinbahn geht entspannt damit um.

Dutzende Mitarbeiter der Düsseldorfer Rheinbahn haben wegen eines Formulierungsfehlers in ihren Verträgen ein Anrecht auf ein lebenslanges Arbeitsverhältnis. Weil die entsprechende Formulierung vergessen wurde, endet der Vertrag nicht mit dem Eintritt ins Rentenalter. Zwischen 1980 und 2001 wurde der fehlerhafte Vordruck rund 100 Mal verwendet, sagte ein Sprecher unserer Redaktion. Von diesen Mitarbeitern befinden sich noch 37 im Betrieb. Betroffen ist nur die Verwaltung, nicht aber die Bus- oder Bahnfahrer.

Das Nahverkehrsunternehmen sieht das Problem entspannt. Die Mitarbeiter können zwar nicht gezwungen werden, mit der gesetzlichen Grenze von – je nach Geburtsjahrgang – 65 bis 67 Jahren in Rente zu gehen. „Aber nur, wer auch weiter arbeitet, bekommt auch sein Gehalt“, so der Sprecher. Besonders attraktiv ist das offenbar nicht: Nur ein Mitarbeiter nimmt derzeit das Sonderrecht in Anspruch.

Nach Angaben des Düsseldorfer Rechtsanwaltes André H. Tüffers kommen solche Fälle häufiger vor. „Manche Unternehmen vergessen es einfach, das explizit in den Arbeitsverträgen zu formulieren. Früher ist das auch nicht weiter aufgefallen. Da waren die meisten Arbeitnehmer froh, in Rente gehen zu können“, sagte der Fachanwalt für Arbeitsrecht. Mittlerweile hätte sich das aber aufgrund des niedrigen Rentenniveaus geändert, viele Mitarbeiter blieben freiwillig länger. „Wenn ein Unternehmen in solche Fällen den Mitarbeiter trotzdem los werden möchte, muss es ihm kündigen. Aber dafür benötigt man einen Kündigungsgrund. Und der wird nicht so einfach zu finden sein. Daher müsste sich das Unternehmen mit dem Mitarbeiter über eine Abfindung einigen“, so Tüffers.

(arl/csh)
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