Tolle Premiere von "Miami Nights": Palmen, Salsa und Rhythmus

Tolle Premiere von "Miami Nights": Palmen, Salsa und Rhythmus

Ein Hauch von Haarspray liegt seit Donnerstag wieder über Düsseldorf. Zumindest über dem Capitol Theater. Hier feierte das Hit-Musical "Miami Nights" mit den Songs aus den Achtzigern Premiere. Knallbunte Kostüme, festbetonierte Frisuren, Palmen, Salsa-Rhythmen und eine Liebesgeschichte sind die Zutaten des neuinszenierten Musical, das im Jahr 2002 erstmals als Eigenproduktion im Capitol Theater aufgeführt wurde. Bei der Premiere mit dabei Schauspieler Ralf Möller, Moderator Harry Wijnvoord, Lindenstraßen-Schauspielerin Liz Baffoe, Hobbythek-Moderator Jean Pütz und Theater an der Kö-Chef Rene Heinersdorff.

Miami Nights ist eine Hommage an die Tanzfilme der Achtziger — gewürzt mit den großen Top-Hits dieses Jahrzehnts. Weltberühmte Salsa-Rhythmen von Gloria Estefan und Ohrwurm-Songs wie "Material Girl" von Madonna , "Time After Time" von Cyndi Lauper und "What A Feeling" von Irene Cara sorgen für den Schritt in die Vergangenheit, eine Zeit der farbenfrohen Mode, schlechtsitzender Leggings, weißen Lederkratten, Schulterpolstern und Netzhemden. Was die Frisuren dieser Zeit angeht, so sind diese ähnlich geschmacklos, dafür mit viel Haarspray bewegungslos betoniert.

Genau diesen Nerv der Zeit präsentiert das Musical. Das schillernd-bunte Bühnenstück lässt die wilden Achtziger wieder lebendig werden: Farbenfroh-glitzernde Kostüme laden in die schrille Welt der Ballroomnächte ein, immer wieder greifen die Darsteller zur Haarspraydose, Palmen, Gitarren in Flamingoform und Männer in blassrosa Anzügen wie zu Don Johnsons besten Zeiten schmücken die Bühne. Die mitreißenden Songs bilden den musikalischen Rahmen für eine romantische Liebesgeschichte.

Die erste Szene startet noch etwas steif, Hauptdarsteller Felix Maximilian (spielt Jimmy Miller) musste sich wohl erst noch von dem Schock erholen, dass ausgerechnet in der Premiere ein Bühnenutensil nicht aufgehen wollte. Der Schminkkoffer, in dem sich die Säge befindet, mit der Jessica Diamond (Natacza Soozie Boon) ihrer Rivalin beim Tanzwettbewerb einen Absatz abgesägt hat, bleibt zu. Doch die beiden überspielen das Missgeschick und danach geht es richtig los.

Die Geschichte ist einfach erzählt. Der Turnier-Tänzer Jimmy überwirft sich mit seiner Tanzpartnerin Jessica — und das kurz vor dem Finale des "Miami-Nights-Dance-Contests". Bald darauf trifft er auf die Kubanerin Laura, die ihn in die fremde Welt der Salsa-Rhythmen entführt. Weder Jimmys Trainer noch seine Mutter sind mit der Wahl der neuen Tanzpartnerin einverstanden und versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass sich die beiden näher kommen. Doch die Liebe ist stärker, doch bevor es zum Happy End kommt, müssen einige Hürden überwunden werden. "Miami Nights ist eine Parodie auf Tanzfilme", sagt Regisseur Alex Balga. "Wir haben die Neuinszenierung noch witziger gemacht und mehr Parodie in die Geschichte hinein gebracht."

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Einfach toll und zum Mitwippen sind die Songs des Musical. Wohl die meisten Zuschauer kennen die Lieder aus den Achtzigern, die ohne Ausnahme von der Darstellern wirklich gut gesungen wurde. Dennoch hervorzuheben sind Ava Brennan (spielt die Rolle Mercedes) und Ruben Heerenveen (spielt Emilio) sowie die bezaubernde Patricia Meeden in der Rolle der Laura Gomez. Tolle und fetzige choreografische Tanzeinlagen ziehen sich durch das gesamte Stück, besonders bei "Wild Boys" in der Latino-Bar oder bei "The Rhythem is gonna get you".

Regisseur Alex Balga hat nicht nur bei den Darstellern ein gutes Händchen bewiesen, sondern auch bei der Lösung für die schnellen Szenenwechsel. Die Bühne sinnlich-bunt, verwandelt sich durch fahrbare Trennwände wie von Zauberhand in einen Tanzpalast, in die Bar Cuba Libre oder in ein Schlafzimmer. Keine Sekunde herrscht Langeweile. Gut gelaunt spendet das Publikum am Ende viel Applaus.

"Miami Nights" bis 13. Januar 2008 im Capitol Theater, Erkrather Straße 30. Danach zieht das Musical weiter nach Basel, Bremen, Zürich, Berlin und Frankfurt.

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