Opern-Neubau im Hafen: Freundeskreis der Rheinoper Düsseldorf begrüßt Vorschlag

Opern-Neubau im Hafen: "Düsseldorf würde solch ein Leuchtturmprojekt gut zu Gesicht stehen"

Der Vorschlag der Düsseldorfer FDP, das Opernhaus durch einen Neubau im Hafen zu ersetzen, stößt bei der Politik auf viel Kritik. Der Chef des Freundeskreises der Rheinoper begrüßt den Vorstoß.

Der Vorstoß der FDP, für die Oper ein neues Gebäude im Hafen zu errichten, hat eine lebhafte Debatte ausgelöst. "Ich finde es immer gut, wenn man in der Kommunalpolitik Visionen für neue, große Projekte hat", sagt der SPD-Kulturpolitiker Philipp Tacer: "Und in den Hafen mehr Kultur und mit der Oper sogar Hochkultur zu bringen, finde ich auch gut", fügt er hinzu. Allerdings müsse man schauen, wie hoch der Investitionsbedarf im Opernhaus tatsächlich noch ist, und ob es sich vor diesem Hintergrund auch finanziell lohne, einen Neubau voranzutreiben. "Ansonsten wird sich wohl keine politische Mehrheit dafür finden", meint Tacer.

Auch Alexander Fils (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung, sieht den Knackpunkt bei den Kosten - weil die Idee spät komme. "Wenn wir vor 15 Jahren überlegt hätten, die Oper im Hafen neu zu bauen, dann wäre die Entscheidung ganz einfach gewesen", sagt er. Seither seien aber mindestens 40 Millionen Euro in die Sanierung des Hauses an der Heinrich-Heine-Allee geflossen. "Das darf nicht umsonst gewesen sein. Bevor wir darüber diskutieren, ob wir einen Neubau im Hafen wagen - und das könnte eine bauliche Krone sein -, müsste festgelegt werden, was am alten Standort passiert." Auf keinen Fall dürfe das Haus abgerissen und das Areal verkauft werden. "Ein Hochhausneubau an der Stelle zur Finanzierung ist unvorstellbar", sagt Fils. Prinzipiell bewertet aber auch er den Vorstoß positiv: "Jede Idee, ist es wert, erst einmal geprüft zu werden."

Nur ein "Showantrag"?

Gegen den Neubau ist Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Rat: "Ich halte das für einen Showantrag", sagt sie über den Vorschlag der FDP. Es gebe viele Kulturbauten in der Stadt, die den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht würden - sie nach und nach zu modernisieren, ist mit dem Masterplan Kulturbauten vorgesehen. Dorthin solle auch das Geld fließen, meint die Politikerin. "Ich halte die Idee zudem auch inhaltlich für falsch: Der jetzige Standort der Oper ist sehr attraktiv."

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Der Vorsitzende des Freundeskreises der Rheinoper, Dieter H. Vogel, sagt dagegen, der Freundeskreis würde die Idee gern unterstützen: "Düsseldorf würde ein solches Leuchtturmprojekt gut zu Gesicht stehen." Ein Verzicht auf die jetzt notwendigen Arbeiten im Opernhaus sei damit aber nicht verbunden. Auch Opern-Chef Christoph Meyer nennt die Debatte "interessant" - doch auch er sagt, die anstehende Sanierung der Oper dürfe nun nicht in Frage gestellt werden. Dass die Opern-Mitarbeiter mit der aktuellen Gebäude-Situation nicht glücklich sind, ist bekannt - unabhängig von der Frage, ob man sie durch eine Sanierung oder durch einen Neubau verbessert. Die veraltete Technik macht dem Team oft das Leben schwer.

Die Architekten Hagen Lippe-Weißenfeld und Jan Hinnerk Meyer (Meyer Architekten) weisen darauf hin, dass das Konzept den bestehenden Zustand in den Hafen erweitern würde, aber zunächst ohne direkten Anschluss an die "innerstädtische Perlenschnur" der Kulturinstitute. Diesen könne man durch einen "Schiffs-Taxi-Verkehr" zwischen Burgplatz und Kesselstraße herstellen. Und: "Wenn man sich für die Kesselstraße als neuen, zusätzlichen Kulturstandort entscheiden würde, sollte man gleich groß denken und das Opernhaus direkt in ein urbanes, attraktives Umfeld einbetten." Unter unseren Lesern gab es sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Wichtig ist vielen die Anbindung: Während die Oper an der Heine-Allee mit vielen U-Bahn- und Buslinien bis in den späten Abend gut erreicht werden kann, ist die Lage im Hafen schwieriger.

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(RP)