"Pagode" seit einer Woche verschwunden: Oldtimer am Seestern gestohlen

"Pagode" seit einer Woche verschwunden: Oldtimer am Seestern gestohlen

Ein Mercedes SL Cabrio, 46 Jahre alt, 45.000 Euro teuer, wird seit einer Woche vermisst. Besitzer Torsten Kleefeld hatte 45 Minuten lang am Hockeyclub geparkt. An der "Pagode" hat er anderthalb Jahre lang gebastelt.

Knapp zwei Jahre hat er daran gebastelt, zwei Monate ist er damit gefahren und als Torsten Kleefeld vorige Woche seinen Mercedes SL zum ersten Mal wieder aus der Wintergarage holte, ist er ihm gestohlen worden.

"Ich dachte, ich spinne, als ich auf den Parkplatz vorm Hockeyclub kam", sagt der Mannschaftsarzt des HTC, der gerade mal 40 Minuten zu einer Besprechung im Löricker Clubquartier gewesen war. Rund 100 Leute waren dabei, einige hatten auf dem Parkplatz noch das Auto vom "Doc" bewundert, das ein Jahr älter ist als Kleefeld selbst. "Jahrelang bin ich immer wieder kurz davor gewesen, mir so einen Wagen zu kaufen", erzählt er. Sein alter Schach-Betreuer fuhr damals einen SL 230, jenen Mercedes, der seiner eigenwilligen Dachform wegen den Spitznamen Pagode trägt.

Ein paar Tausend gibt es in Deutschland noch davon. Und Kleefeld glaubt, dass seiner nicht mehr dazu gehört. "Wahrscheinlich ist der längst nach Holland überführt worden." Ein paar Chromteile hat er auf dem Parkplatz am Seestern noch gefunden, glaubt deshalb, dass die Täter den Wagen aufgebrochen und kurzgeschlossen haben. "Wahrscheinlich haben sie gezielt eine Pagode gesucht – und hatten hier einen Sechser im Lotto."

Denn Zufall kann der Diebstahl des 46 Jahre alten Wagens nicht gewesen sein. "Direkt daneben stand an dem Abend ein Porsche Cayenne und auch sonst hätte es hier eine Menge anderer, interessanter Wagen gegeben", sagt Kleefeld.

"Da steckt viel Herzblut drin"

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Aber eben kein Mercedes Cabrio aus dem Jahr 1964, silberfarben mit roten Ledersitzen. Autofan Kleefeld hat es vor zwei Jahren gekauft und mit Hilfe eines Spezialisten aus Oberbilk aufbereitet. "Da steckt schon sehr viel Arbeit und vor allem sehr viel Herzblut drin", sagt er. "Der ideelle Wert ist nicht ersetzbar."Im August war der Wagen fertig, im Oktober hat er ihn zum Überwintern in die Garage gebracht.

Am Mittwoch vergangener Woche hat er ihn wieder herausgeholt, fuhr erst zum Tennis, dann zum Hockeyclub. Wie die Diebe ausgerechnet auf den Parkplatz am Seestern kamen, um den Oldtimer, dem ein Gutachter einen Wert von rund 45 000 Euro attestiert hat, ist auch der Kripo ein Rätsel. "Da muss mich jemand beobachtet haben", mutmaßt Kleefeld. "Oder irgendwer hat den Tätern einen Tipp gegeben." Viel Hoffnung, sein Auto wieder zu sehen, hat er nicht.

Michael Rasch kann ihm auch keine machen. Er hat bis vorigen Sommer ein 32 Jahre altes Käfer-Cabriolet besessen. 17 Jahre lang hat der Käfer-Fan das alte Schätzchen gehegt und gepflegt. Bis er ihn am 22. August an der Kö abstellte. Seitdem fehlt jede Spur von dem Oldtimer, bei dem sogar der Lack in diamant-silber original war. Anfangs hatte Rasch noch gehofft, die Diebe könnten beim Versuch gefasst werden, die wertvollen Originalteile zu verkaufen. Doch nicht ein einziges tauchte unter den einschlägigen Angeboten auf. "Der Wagen ist nicht verkaufbar", sagt Rasch. Und glaubt seinen Käfer deshalb bei einem Liebhaber. "Vielleicht entdeckt die Polizei ja meinen Käfer und die Pagode eines Tages in irgendeiner Halle."

Doch die Fahnder haben wenig Ermittlungsansätze. Auch eine Belohnung von 3000 Euro, die Michael Rasch damals ausgelobt hat, hat zu keinem brauchbaren Hinweis geführt.

(RP)