Düsseldorf: Ohoven bestreitet neue Vorwürfe

Düsseldorf: Ohoven bestreitet neue Vorwürfe

Fünf Jahre nachdem der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, seine Firma Investor- und Treuhand Beratungs GmbH (IT) verkauft hat, könnte ihn die Vergangenheit teuer zu stehen kommen.

Der Vorwurf: Obwohl das Unternehmen bereits 2004 überschuldet gewesen sein soll, habe der Unternehmer aus Düsseldorf insgesamt 7,3 Millionen Euro aus der Firma entnommen.

Insolvenzverwalterin Petra Hilgers hat bereits 4,5 Millionen Euro in vier Gerichtsverfahren bei Ohoven geltend gemacht. Weitere 2,76 Millionen Euro fordert sie nun gerichtlich ein. Eine entsprechende Klage liegt der Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf vor (AZ 13 O 432/09). Das bestätigte Landgerichtssprecher Martin Machalitza.

Sieben Millionen Euro Liquidität?

Das Büro Ohoven teilte der RP gestern mit, dass die Anschuldigungen falsch seien und bei der Investor- und Treuhand Beratungs GmbH in den Zeiten, als Ohoven Geschäftsführer war, "keine Insolvenzreife" bestanden habe. Zum Zeitpunkt der angeblichen Insolvenzreife habe die IT über etwa sieben Millionen Euro Liquidität verfügt, so Ohovens Rechtsanwalt Arno Wittmann.

Ohoven hatte Ende der 90er Jahre ein für viele Anleger neues Geschäftsmodell entwickelt. Die Investor- und Treuhand Beratungs GmbH mit Gesellschafter und Geschäftsführer Mario Ohoven hatte so genannte Cinerenta-Filmfonds vermittelt, die den Anlegern später große Verluste bescherten. 2005 verkaufte Ohoven die IT, unter dem neuen Besitzer firmierte das Unternehmen unter dem Namen Berintreg.

Bis zumVerkauf 2005 soll Ohoven Geld aus der verschuldeten Firma entnommen haben, obwohl die Firma bereits insolvent war, sagt Wolfgang Schirp. Der Berliner Anwalt vertritt 470 Geschädigte aus ganz Deutschland, die bei den von Ohoven vermittelten Anlagen hohe Geldsummen verloren haben – und jetzt die vermeintlich unrechtmäßig entnommenden Beträge aus der IT zurück haben wollen.

Alle Klagen abgewiesen

Ohovens Anwalt Wittmann sieht keine Schuld bei seinem Mandanten. Für die vier Jahre nach dem Verkauf angemeldete Insolvenz der Berintreg trage Ohoven keine Verantwortung.

Sämtliche Klagen von Anlegern seien in der Vergangenheit von mehreren Zivilkammern verschiedener Landgerichte abgewiesen worden. Alle früheren Urteile bestätigten, dass Ohovens Verhalten rechtmäßig gewesen und die Vorwürfe haltlos seien.

(RP)