1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Videoüberwachung: Oft im Blick der Kameras

Videoüberwachung : Oft im Blick der Kameras

Wenn die Polizei - wie in der Altstadt - Überwachungs-Kameras installiert, führt das zu heftigen Diskussionen. Dabei gibt es solche Systeme längst an vielen anderen Stellen: In Kaufhäusern, Parkhäusern, Banken, an Straßenbahnhaltestellen. Und keinen stört es.

Wer sich in der Düsseldorfer Innenstadt bewegt, wird öfter gefilmt, als er ahnt. Und dabei muss er keineswegs die Altstadt besuchen und sich dort im Blickwinkel der Polizei-Kameras aufhalten, die die Bolkerstraße überwachen. Banken, Kaufhäuser, Tiefgaragen, U-Bahnstationen - die scharfäugige Optik wird an den unterschiedlichsten Orten eingesetzt. Begründung: die Sicherheit der Menschen oder Service.

Tiefgaragen Heute geht jeder Nutzer einer Tiefgarage davon aus, dass er zwar allein durch die unteren Etagen fährt oder geht, aber stets unter den durchaus willkommenen Blicken von Überwachungskameras. Denn das verleiht ihm das Gefühl von Sicherheit - für den Fall der Fälle. Harald Feit, Center-Manager der Schadow Arkaden: "Die Parketagen werden per Monitor permanent überwacht. Unsere Kameras dienen vor allem dazu, Verkehrsprobleme zu lösen. Oder Kunden zu entdecken, die offenbar ihr Auto nicht finden. Die können wir dann direkt ansprechen."

Andere Tiefgaragen-Betreiber bestätigen das: Die Leute sollen das Gefühl haben, das jemand aufpasst und ihnen im Notfall hilft. In einer viergeschossigen Tiefgarage sind in der Regel rund 30 Kameras installiert, so dass jeder Winkel einsehbar ist.

Banken Die Geldinstitute reden nicht gern über das Thema - aber alle sind inzwischen von Kameras überwacht. Die Stadtsparkasse Düsseldorf z.B. hat im Schalterraum rund ein Dutzend solcher Adleraugen installiert. Sie überwachen vor allem den Kassenbereich, sagt Sprecher Gerd Meyer. "Diese Kameras liefern dann die Fahndungsbilder, wenn es mal zu einem Überfall kommen sollte." Fast alle Geldinstitute haben auch Kameras an ihren Geldautomaten eingebaut. Die Bilder werden von Sicherheitsdiensten überwacht und meist eine Woche gespeichert.

Kaufhäuser Offiziell keine Stellungnahme zu dem Thema, aber man gibt zu, die Technik natürlich zu nutzen, die Daten auch zu speichern - vor allem zur Überführung von Ladendieben.

Rheinbahn Den umfassendsten Überwachungsapparat unterhält die Rheinbahn. Weit über 300 Kameras halten rund um die Uhr fest, was sich vor allem an den U-Bahnhaltestellen tut, erklärte gestern ein Sprecher des Unternehmens. Wichtigster Grund: die Sicherheit. Zuviel Andrang, Schlägerei auf den Bahnsteigen, Sturz auf die Gleise - in der Monitorleitzentrale zeigen 16 Schirme im Wechsel die Bilder aus den Stationen - entweder nach dem Zufallsprinzip oder von den Wachhabenden bewusst geschaltet. Die Kameras stehen jeweils auf den "Fahrtrichtungsanzeigern". Bei Bedarf wird mitgeschnitten und in Absprache mit dem Datenschutzbeauftragten für zwei bis vier Tage gespeichert. Nach den Terroranschlägen in London und Madrid gab es Anfragen von Polizeibehörden, ob man nicht länger speichern könne.

Weitere Kameras stehen an einigen Tunnelrampen der U-Bahn, auch Straßenbahnen sind mit einer entsprechenden Optik ausgestattet.

(RP)