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Düsseldorf: Offenbar gefährliche Keime im Krankenhaus

Düsseldorf : Offenbar gefährliche Keime im Krankenhaus

In einem Düsseldorfer Krankenhaus sind laut Medienberichten gefährliche Keime ausgebrochen. Es soll sich um Bakterien handeln, die für alte, schwache Menschen und Krebspatienten lebensgefährlich sind, wenn sie ins Blut gelangen.

Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit (LZG) habe laut einer Information der Tageszeitung "WAZ" den Ausbruch von Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) bestätigt.

Die VRE-Ausbrüche ereigneten sich im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres in einer Düsseldorfer Klinik. Betroffen waren insgesamt sechs Patienten - auf einer internistischen Station und auf einer chirurgischen Intensivstation. Enterokokken sind Bakterienstämme, die normalerweise ungefährlich sind. So spielen sie eine wichtige Rolle bei der Reifung von Käse und sind normaler Bestandteil der Darmbesiedlung. Bestimmte Stämme dieser Bakterien jedoch können gesundheitsschädlich und Ursache einer Infektion sein. Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) können mit gängigen Antibiotika nicht bekämpft werden. Nur zwei Antibiotika schlagen überhaupt an.

Die Bakterien sind besonders für alte, schwache Menschen und Krebspatienten lebensgefährlich, wenn sie ins Blut gelangen. In welcher Klinik die Keime ausbrachen, ist nicht bekannt. Bei der Stadt wollte man sich laut WAZ nicht dazu äußern, weil dem Haus sonst "ein wirtschaftlicher Schaden" entstehe.

Die Übertragung mit resistenten Bakterien erfolgt meist durch direkten Kontakt. Die Desinfektion der Hände ist eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Keime. Neben einer strikten Hygiene fordern Experten auch einen maßvolleren Einsatz von Antibiotika, um Resistenzen zu verhindern. Infektionen im Krankenhaus werden aber auch dadurch begünstigt, dass immer mehr Patienten mit komplizierten Krankheitsverläufen behandelt werden.

In Düsseldorf ist keiner der betroffenen Patienten gestorben. Immer wieder aber kommt es zu schweren Krankheitsverläufen und auch Todesfällen durch resistente Bakterien. So starb erst im vergangenen Jahr ein frühgeborenes Baby auf einer Säuglingsstation der Berliner Charité am Bakterium Serratia marcescens. Es gehört ebenfalls zur Familie der Enterobakterien. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) beziffert die jährlichen Todesfälle durch Klinikinfektionen auf bis zu 40 000.

Hier geht es zur Infostrecke: So gefährlich sind Klinikkeime

(rl)