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Düsseldorf: Oberkasseler Brücke: Radler auf die Straße

Düsseldorf : Oberkasseler Brücke: Radler auf die Straße

Fußgänger und Radfahrer teilen sich auf der Oberkasseler Brücke einen Weg und kommen sich auch in die Quere. Das soll sich nun ändern. Laut Verwaltung sollen auf beiden Brückenseiten Radwege auf den Fahrbahnen gebaut werden.

Die Vorlage wurde dem Beirat der Unteren Landschaftsbehörde vorgelegt.

So etwas gibt es derzeit auf keiner Rheinbrücke in der Landeshauptstadt, schon die Geschwindigkeit der Autos spricht dagegen. Wenn die neue Regelung eingeführt wird, hat dies deswegen Auswirkungen auch auf die Autofahrer: Die Höchstgeschwindigkeit wird von 60 auf 50 km/h reduziert.

Bezirksbürgermeister Rolf Tups sieht in den Plänen "einen verwaltungsinternen Prüfantrag, der uns zu gegebener Zeit vorgestellt wird". Das Stadtteilparlament ist noch nicht damit befasst worden. Fahrbahnradwege auf der Brücke sind für Tups jedoch vorstellbar. "Heute ist, abgesehen von den Stoßzeiten, wenig Kfz-Verkehr auf der Brücke." Als es die Fleher Brücke und die A 44 noch nicht gab, sei Oberkassel stärker belastet worden. "Deshalb wurden damals die Radwege auf beiden Seiten stillgelegt — aus Sicherheitsgründen." Heute seien sie noch erkennbar durch die mit "Nägeln" begrenzten Randstreifen.

Jetzt werden die Randstreifen wieder zu Radwegen mit einer Breite von 1,60 Metern auf beiden Brückenseiten umgebaut. Die "Nagelreihe" wird entfernt. Eine 40 Zentimeter breite Doppelmarkierung soll die Radler optisch vom Autoverkehr trennen. Der heutige Gehweg, zwischen Brückengeländer und Leithöckern, bleibt allein den Fußgängern vorbehalten. Die Fahrstreifen für den Kfz-Verkehr werden mit einer Breite von 3,25 Metern auf der rechten Brückenseite und drei Metern auf der linken neu markiert.

Kaum nachvollziehbar ist, wie die Radwege auf der Oberkasseler Seite weitergeführt werden sollen. Klar ist lediglich, dass es die heutige, von einer Ampel gesicherte Furt über das Gleisbett am Luegplatz — zwischen Kaiser-Wilhelm- und Kaiser-Friedrich-Ring — für die Radfahrer nicht mehr geben wird. Aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Ein Grund dafür könnte der geplante Hochbahnsteig für die Haltestelle Luegplatz sein, die Ende 2016 barrierefrei umgerüstet werden soll. Anders als ursprünglich geplant kann der Hochbahnsteig nun mehr in Richtung Brücke gesetzt werden, weil die Rheinbahn auf den Gleiswechsler dort verzichten will.

Wohin mit den Radfahrern, wenn sie von der Brücke kommen und die Straßenseite wechseln wollen? Die Behörde spricht von neuen Radwegen, die unterhalb der Brücke an das vorhandene Radnetz angeschlossen werden. Wie das gehen könnte, ist offen. Werden etwa links und rechts des Brückenkopfes neue Radwege über den Grünzug angelegt? Auch Tups hat darauf keine Antwort. "Mir erschließt sich das Vorhaben nicht."

Änderungen soll es auch an den rechtsrheinischen Brückenköpfen geben. Dort sollen Rampen und abgesenkte Bordsteine den Radlern die Auf- und Abfahrt erleichtern. In Höhe der Tonhalle ist eine Rampe vorgesehen. Schon 2015 sollen die neuen Radwege gebaut werden. Die Verwaltung rechnet mit drei Monaten Bauzeit. Die Anschlüsse im Bereich der Haltestelle Luegplatz werden erst nach dem Bau des Hochbahnsteigs fertiggestellt.

(RP)