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Düsseldorf: Obergrenze bei Mieten ist erreicht

Düsseldorf : Obergrenze bei Mieten ist erreicht

Düsseldorfs Makler berichten, dass die Mieter bei Kaltmieten über elf Euro zunehmend absagen. Ist das die Wende?

Lange Zeit schienen die Mieten in Düsseldorf nur eine Richtung zu kennen: aufwärts. So stieg die Nettokaltmiete in guten Lagen seit 2004 um mehr als 39 Prozent. Die Mieten für Neubauwohnungen legten sogar um 55 Prozent zu. Lange glaubten Makler und Investoren, dieser Trend kenne kein Ende. Doch jetzt berichten Düsseldorfs Makler erstmals davon, dass es Probleme bei der Vermietung von Objekten im gehobenen Segment gibt.

Seit etwa einem halben Jahr stagnieren in Düsseldorf die Wohnungskaltmieten im gehobenen Segment, sagen viele Makler. Damit sei der Anstieg der vergangenen Jahre gestoppt. "In der Landeshauptstadt winken die Mieter bei mehr als elf Euro pro Quadratmeter ab. Im Umland wie in Ratingen sind sie nicht bereit, mehr als neun Euro zu bezahlen", sagt Jörg Schnorrrenberger. Dies habe eine Umfrage des Rings Deutscher Makler (RDM) unter seinen Mitgliedern ergeben, dessen Vorsitzender er ist.

Erstmals seit Jahren berichten Makler in Düsseldorf wieder von Problemen bei der Vermietung. "Besonders betroffen sind die gehobenen Wohnungen in aufstrebenden Stadtteilen wie Bilk, Unterbilk, Pempelfort, Flingern oder inzwischen auch Friedrichstadt", sagt Schnorrrenberger. Diese Wohngebiete hätten vor fünf Jahren vornehmlich Mieten im Bereich zwischen sieben und acht Euro gehabt. Inzwischen seien viele Wohnungen aufgewertet, das Angebot an Mietobjekten im Bereich um elf Euro kalt sei stark gewachsen.

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"Der Markt in dem Segment ist einfach gesättigt", sagt Schnorrrenberger. Bei Neubauten seien die Mieter zwar noch eher bereit, höhere Mieten zu bezahlen, doch auch hier zeichne sich ein ähnlicher Trend ab.

Dieser Prozess lasse sich aber nicht für preiswertere Wohnungen zwischen sieben und acht Euro beobachten. Dort sei die Nachfrage ungebrochen und auch die Preissensibilität der Wohnungssuchenden wesentlich geringer.

Seit langem wird darüber spekuliert, wann der Boom bei Luxusimmobilien mit Kaltmieten zwischen 17 und 22 Euro endet. Viele berichten von immer noch großer Nachfrage und der Bereitschaft, hohe Preise zu zahlen. Doch auch in dem meist linksrheinisch liegenden Segment registriert der RDM sinkende Nachfrage. "Neubauten in Oberkassel lassen sich immer noch gut vermieten, aber die ganz wilden Zeiten, in denen man die Wohnungen praktisch verlosen konnte, sind vorbei", sagt Schnorrenberger. Ursache sei, das in den vergangenen Jahren in diesem Preissegment in Oberkassel viel neu gebaut wurde.

Ein Ende bei steigenden Preisen für Eigentum sehen die Makler übrigens derzeit nicht. 82 Prozent meinen, dass dies ein Phänomen des Mietmarktes sei. Die Preise für Einfamilienhäuser könnten in den nächsten Monaten regional um fünf bis zehn Prozent zulegen; die für Eigentumswohnungen um drei bis fünf Prozent, so ihre Prognose.

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(RP)