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Politik und Wirtschaft in Düsseldorf: Oberbürgermeister „erstaunt“ über Handwerkskammer

Politik und Wirtschaft in Düsseldorf : Oberbürgermeister „erstaunt“ über Handwerkskammer

Die Kammer hatte diesmal statt des Stadtoberhaupts Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher eingeladen, ein Grußwort zu halten. Thomas Geisel findet die Entscheidung „erklärungswürdig“.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat sich irritiert über die Aussagen der Handwerkskammer zur Meisterfeier im März gezeigt. Kammer-Präsident Andreas Ehlert habe ihm eher „en passant“ mitgeteilt, dass man in diesem Jahr an seiner Stelle Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher um ein Grußwort bitten werde, sagte Geisel auf Anfrage. Die Tatsache, dass diesmal nicht der Oberbürgermeister ein Grußwort halten soll, hatte unter anderem der Düsseldorfer SPD-Chef Andreas Rimkus scharf kritisiert.

Ehlert habe ausdrücklich den bevorstehenden Wahlkampf als Grund genannt, sagte Geisel: „Ich habe mein Erstaunen darüber auch zum Ausdruck gebracht.“ Zumal eine Meisterfeier aus seiner Sicht kein Ort für politische Profilierung sei – und bei der Meisterfeier vor sechs Jahren vier Wochen vor der Wahl der damalige OB Dirk Elbers (CDU) „mit der größten Selbstverständlichkeit“ gesprochen habe. Überdies sei die Hauptrednerin dieses Jahr die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). „Ich finde das insgesamt durchaus erklärungsbedürftig.“

Ehlert hatte zuvor gesagt, nach seinem Eindruck habe Geisel kein Problem mit der Tatsache gehabt, dass dieses Jahr jemand anders rede. Zudem hatte die Kammer betont, man spreche Einladungen „nachweislich stets unabhängig von der Parteizugehörigkeit“ aus. Vielmehr trage man mit der Einladung an Radermacher der Tatsache Rechnung, dass der Kammerbezirk mit dem Regierungsbezirk übereinstimme – daher passe die Regierungspräsidentin als Rednerin.