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"Fifty-Fifty" in Düsseldorf: Obdachlosenzeitung verliert drastisch Leser

"Fifty-Fifty" in Düsseldorf : Obdachlosenzeitung verliert drastisch Leser

Das Obdachlosenmagazin "Fifty-Fifty" in Düsseldorf verzeichnet massive Absatzprobleme. Die Auflage sei von 55.000 Exemplaren pro Monat im Jahr 2011 auf aktuell nur noch rund 40 000 gesunken, teilte Mitbegründer Hubert Ostendorf am Wochenende mit.

Als mögliche Ursachen für den drastischen Rückgang der verkauften Zeitungen vermuten die Macher unter anderem, dass viele Menschen lediglich den Verkäufern ein paar Euros zusteckten, ohne die Straßenzeitung mitzunehmen. Möglicherweise seien die Absatzprobleme auch darauf zurückzuführen, dass es manche Zeitgenossen "satthaben, mit Drogenkranken, Bettlern, Alkoholabhängigen und Armutsmigranten aus Osteuropa konfrontiert zu werden", sagte Franziskanerbruder Matthäus Werner.

Um größere Spenden für konkrete Bauprojekte verwenden zu können, wird der Erlös aus dem Verkauf komplett in das Blatt investiert. "Allerings bleiben von dem Verkaufspreis von 1,80 Euro nach Abzug von Druckkosten und Steuern nur 70 Cent übrig", sagte Fifty-Fifty-Mitgründer Hubert Ostendorf.

Das Blatt arbeite weitestgehend ohne staatliche Zuwendungen und leiste wichtige Lobby-Arbeit für und mit Menschen am Rande der Gesellschaft, hieß es. Im Juni hatte der Maler Gerhard Richter dem Straßenmagazin 36 handsignierte Drucke gespendet. Die Einnahmen werden auf 300 000 Euro geschätzt.

Die aktuelle Ausgabe der Obdachlosenzeitung Fifty-Fifty hat als Titelgeschichte einen Gastbeitrag des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm. In den vergangenen Ausgaben der Zeitschrift waren Exclusivinterviews mit der schottischen Sängerin Amy MacDonald und dem Tote-Hosen-Frontmann Campino. Die nächsten beiden Ausgaben enthalten Gespräche mit Hundetrainer Martin Rütter und Modeschöpfer Harald Glööckler.

(RP/ila)