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Obdachlosen-Lager in Düsseldorf: Kritik von Fiftyfifty an Räumung

Stadt weist Kritik zurück : Fiftyfifty kritisiert geplante Räumung von Obdachlosen-Lagern in Düsseldorf

Die Obdachlosen-Hilfsorganisation Fiftyfifty berichtet, dass die Stadt Düsseldorf mehrere Obdachlosen-Lager nicht mehr dulden wolle. Sie kritisiert das geplante Vorgehen der Behörden.

Wie Fiftfyfifty in einer Mitteilung behauptet, hat die Stadt die Obdachlosen, die am Kommödchen, am Ratinger Tor und am NRW-Forum Schlaflager errichtet haben, aufgefordert, diese Orte bis Dienstag zu räumen. „Die Stadtverwaltung lässt den Hilfsorganisationen gerade mal 24 Stunden Zeit, um die Betroffenen überhaupt zu informieren“, kritisieren die Aktivisten.

Die Stadt widerspricht dieser Darstellung. Nach Angaben eines Sprechers ist den Streetworkern der Franzfreunde, die die offiziellen Träger der Obdachlosenhilfe in Düsseldorf seien, am Freitag ein Schreiben des Ordnungsdezernenten Zaum zugegangen. Darin wird auf die neue Obdachlosenunterkunft hingewiesen, die heute eröffnet wurde. Die Streetworker sollen die Obdachlosen darüber informieren und ihnen mitteilen, dass die genannten Lager nur noch bis Dienstag geduldet würden, heißt es laut dem Sprecher in dem Schreiben. Wie die Stadt später korrigierte, soll dieses Schreiben auch Fiftyfifty zugegangen sein.

„Die Streetworker haben bereits am Freitag mit den Obdachlosen gesprochen. Nach ihrer Aussage übernachtet am NRW-Forum und am Ratinger Tor niemand mehr, dort stehen teils nur noch Zelte. Nur am Kommödchen gibt es noch einen Problemfall“, so der Sprecher weiter.

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Er wählte deutliche Worte der Kritik gegenüber Fiftyfifty: „Wir als Stadt wollen, dass die Menschen in Unterkünften übernachten. Fiftyfifty will, dass die Menschen auf der Straße übernachten.“

In der Vergangenheit hatte es viele Diskussionen um den Umgang der Stadt mit Obdachlosen gegeben. Ende September hatten die Behörden Wackersteine unter die Rheinkniebrücke gelegt, um ein Lager dort zu verhindern. Kostenpflichtiger Inhalt Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hatte sich daraufhin von seiner Verwaltung distanziert. Im April hatte die Stadt einer Gruppe, die längere Zeit am NRW-Forum gelagert hatte, zwei unbewohnte Einfamilienhäuser in Hamm zur Verfügung gestellt. Am Montagmittag ist in Düsseldorf eine neue Notschlafstelle für Obdachlose nahe des Hauptbahnhofs eröffnet worden. Dort können Paare sowie Männer und Frauen getrennt übernachten, außerdem ist die Unterkunft barrierefrei und Hunde können mitgebracht werden.

(hpaw)